Recht + Steuern Zehn Steuertipps zum Jahresende

Mit ein paar Kniffen bleibt am Jahresende mehr im Geldbeutel übrig.

Mit ein paar Kniffen bleibt am Jahresende mehr im Geldbeutel übrig.© Gina Sanders - Fotolia.com

Ärgern Sie sich über zu hohe Steuern? impulse hat zehn hilfreiche Tipps zum Jahresende zusammengetragen - für Chefs, Anleger, Vermieter und die Familie.

Für die Finanzminister in Bund und Ländern sind dies gute Zeiten: Unternehmen, besonders mittelständi­sche, mussten im vergangenen Jahr „deutlich“ mehr Steuern zahlen, hat die Beratungsgesellschaft PwC herausgefunden. Zwischen Juni 2012 und Mai 2013 stieg der Anteil von Steuern und Abgaben am Firmengewinn hierzulan­de von 46,8 Prozent auf 49,4 Prozent. Im globalen Vergleich fiel sie hingegen auf 43,1 Prozent.

Diese wenig rühmliche Entwicklung verdankt Deutschland nach Ansicht von PwC einer vergleichsweise kleinen Gesetzes­änderung: der Abschaffung der degressiven Abschreibung für Wirtschaftsgüter. Im weltweiten Steuerranking ist Deutschland dadurch von Platz 72 auf Platz 89 zurückgefallen.

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„Unternehmer sollten umso mehr jede Steuersparchance nutzen“, rät deshalb Steueranwalt Dietrich von Elsner aus der Kanzlei Kapp, Ebeling & Partner in Hannover. So wie Klaus Kwi­atkowski, Inhaber einer Kunststofffirma in Hagen. Er hat in die­sem Jahr eine neue Lagerhalle gebaut – und nutzt in seiner Steuererklärung die Chance, die Einbauten und Lastenaufzüge schneller abzuschreiben als das Gebäude selbst. Ein paar Tage haben Firmenchefs und ihre Berater jetzt noch Zeit für kreative Dispositionen, dann wird abgerechnet in Bilanz oder Überschussrechnung.

impulse hat Steuer­tipps zusammengetragen – für alle Rollen, in denen ein Firmen­chef Steuern zahlt: als Unternehmer, als Anleger oder Vermie­ter und als Privatmensch.

 

DAS BRINGT DER TIPP:••• Sehr großes Sparpotenzial – für Steuerstrategen
•• Großes Sparpotenzial, nicht zu aufwendig
Mittleres Sparpotenzial, schnell umsetzbar

 
 
FÜR UNTERNEHMER:

Schnell noch Shoppen
Unternehmer, die jetzt noch schnell und effektiv ihren Jahresgewinn drücken wollen, gehen in den Wochen vor Silvester auf Shoppingtour. Auf dem Einkaufszettel: Kleinteile des Anlagevermögens wie Bürogeräte, Maschi­nen, Werkzeuge, Regale oder Geschäftsausstattung, die jeweils einzeln nicht mehr als 410 Euro netto kosten. Diese Einkäufe sind sofort bei der Steuer absetzbar.

Das bringt der Tipp: •

 

Verluste retten
Nicht in allen Unternehmen sind die Zeiten rosig. Mitinhaber einer KG oder einer GmbH & Co. KG, die 2013 mit einem Verlust rechnen müssen, sollten prüfen, ob sie jetzt besser ihren Kapitalanteil aufstocken. Denn die roten Zahlen aus der Firma können sie nur dann mit anderen Einkünften verrechnen, wenn ihr Anteil am Eigenkapital mindestens so hoch ist wie ihr Verlustanteil.

Das bringt der Tipp: ••

In unserem Beispiel erwartet ein Kommanditist für 2013 einen Verlustanteil von 200.000 Euro. Sein Kapitalkonto beträgt 150.000 Euro. Seine sonstigen Einkünfte belaufen sich auf 250.000 Euro. So viel Steuern spart er, wenn er per Einlage sein Eigenkapital auf 200.000 Euro erhöht:

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Kein Trinkgeld für den Fiskus
Wer Geschäftsfreunde zum Essen einge­laden hat, sollte nicht einfach den Bon aus dem Restaurant in einer Akte wegheften. Denn um die Kosten später bei der Steuer absetzen zu können, muss der Firmenchef angeben, wer bei dem Treffen dabei war, wann die Bewirtung stattgefunden hat und was der Anlass war – Letzteres möglichst detailliert. Deshalb jetzt die Belege prüfen und fehlende Angaben nach­ tragen – solange sie im Gedächtnis sind.

Das bringt der Tipp: •

 

Schöner ins neue Jahr
Stehen Reparaturen bei Maschinen, Gebäuden oder Büroausstattung an, sollte man die auf dieses Jahr vorziehen – wenn ein nied­rigerer Gewinn erwünscht ist. Werden die Handwerker nicht fertig bis Silvester, kann der Firmenchef Zwischenrechnungen anfordern. Ist kein Termin mehr zu bekommen, kann man die Kosten schätzen und in der Bilanz als Rück­stellung für unterlassene Instandhaltung ver­buchen. Vorsicht: Die Arbeiten müssen dann bis zum 31. März 2014 erledigt sein.

Das bringt der Tipp: ••

 

Büro im Wohnzimmer
Viele Unternehmer nehmen Arbeit mit nach Hause. Dafür haben sie vielleicht kein Arbeitszimmer, aber eine Ecke mit Schreibtisch, Chefsessel und Regalen. Die Frage ist, ob sie auch ihre Raumkosten anteilig bei der Steuer absetzen können. Beim BFH ist dazu ein Verfah­ren anhängig (Az.: X R 32/11). Betroffene kön­nen ihre Kosten unter Berufung auf dieses Mus­terverfahren vorsorglich geltend machen.

Das bringt der Tipp: •

 

TIPPS FÜR ANLEGER UND VERMIETER

Kapital Kostet
Auch bei Geldgeschäften fallen Kos­ten an, etwa durch Depotgebühren, Fahrten zur Bank oder für Fachzeitschriften. Das Finanzgericht Baden­-Württemberg hat jüngst entschieden, dass sich diese Aufwendungen als Werbungskosten absetzen lassen. Auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn die Finanzverwaltung hat gegen das Urteil Re­vision eingelegt (Az.: VIII R 13/13). Betroffene Steuerzahler sollten sich trotzdem schon ein­mal vorbereiten, alle Kosten aus Kapital­geschäften zusammensammeln und Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen.

Das bringt der Tipp: •

 

Rabatt von der Stadt
Und noch ein Tipp bei leer stehen­den Wohnungen, Büros oder Praxen: Bleiben die Mieteinnahmen im Jahr 2013 komplett aus, kann man die zugehörige Grundsteuer um die Hälfte erlassen bekommen. War eine Immobi­lie für die Hälfte des Jahres vermietet, sinkt die Grundsteuer immerhin noch um ein Viertel. Ein entsprechender Antrag dazu muss aller­dings bis zum 31. März des Folgejahres bei der Gemeinde eingegangen sein.

Das bringt der Tipp: ••

 

TIPPS FÜR FAMILIE UND HAUSHALT

Ende der Solidarität
Wer sich über den Soli­-Zuschlag är­gert, sollte prüfen, welche Einkommensteuerbescheide noch offen sind – und sofort gegen diese Sonderabgabe Einspruch einlegen. Kann klappen, denn das Finanzgericht Niedersach­sen hält sie für verfassungswidrig (Az.: 7 K143/08).

Das bringt der Tipp: •••

 

Trennung – für die Steuer
Verbucht ein Ehegatte Verluste, etwa aus Gewerbebetrieb oder Vermietobjekten, während der andere Einkünfte aus seinem Job bezieht, sollte das Paar bei der Steuererklärung die getrennte Veranlagung wählen. Dann wer­den Grundfreibetrag, Sonderausgaben und Werbungskosten getrennt bei der Steuer ange­rechnet. Den Steuerberater nach einer Ver­gleichsrechnung fragen.

Das bringt der Tipp: ••

 

Kraftwerk auf dem Dach
Eine eigene Fotovoltaikanlage auf dem Haus sichert privaten Grundbesitzern 20 Jahre gute Erträge – so lange bekommt man für den Strom die gesetzlich festgelegte Ein­speisevergütung. Zwar ist dieser Garantiepreis für Solarstrom zuletzt deutlich gefallen. Da je­doch auch die Solarmodule billiger geworden sind, erzielen umweltbewusste Anleger noch immer ansehnliche Renditen. Das gilt vor al­lem dann, wenn sie sich als Stromproduzent beim Finanzamt als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer einstufen lassen (mittels Antrag auf Verzicht der Kleinunternehmerregelung).

In diesem Fall gibt es sofort die Vorsteuer aus der Anlage und den Montagekosten zurück. Obendrein sind die Anschaffungs­ und Herstellungskosten grundsätzlich über 20 Jahre ab­zuschreiben – nach einer einmaligen Sonder­abschreibung von 20 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre.

Das bringt der Tipp: ••

 
 
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2 Kommentare
  • bernhard.ost@genion.de 27. Dezember 2013 20:12

    Gruß Th. D.

  • bernhard.ost@genion.de 27. Dezember 2013 20:12

    Noch mal kurz shoppen gehen u. steuerl. geldend machen.

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