Unternehmen 2013 ist abgehakt: Exportwirtschaft sieht sich wieder im Aufwind

Containerfrachter im Hamburger Hafen.

Containerfrachter im Hamburger Hafen. © Jan Schuler - Fotolia.com

Die Konjunkturerholung in Europa und den USA soll es richten: Nach dem mauen Vorjahr soll die Nachfrage nach deutschen Waren 2014 kräftig anziehen. Der deutsche Exporterfolg wird nicht überall gern gesehen.

Nach einem enttäuschenden Vorjahr will die deutsche Exportwirtschaft 2014 wieder Vollgas geben. Und die Vorzeichen sind nicht schlecht: Die Partner im Euroraum haben die Rezession überwunden und dürften wieder mehr Autos und Maschinen aus Deutschland kaufen. Auch in den USA kommt die Konjunktur in Fahrt. Für Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, stehen die Zeichen auf Wachstum.

Der Exporterfolg der deutschen Industrie wird auch die Kritiker wieder auf den Plan rufen. Sie werfen Deutschland vor, mit Handelsüberschüssen und schwacher Binnenkonjunktur die Krise in Europa zu verschärfen. Tatsächlich erzielte Deutschland im vergangenen Jahr mit knapp 199 Milliarden Euro den höchsten Exportüberschuss, seit die Außenhandelsstatistik erhoben wird – obwohl die Ausfuhren leicht zurückgingen.

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Börner hält die Kritik an der deutschen Exportstärke weiterhin für absurd: „Niemand profitiert davon, wenn man Deutschlands Export schwächt. Unsere Kunden sind nicht naiv, sie kaufen bei uns, weil wir im Qualitäts- und Leistungsvergleich vorne liegen und nicht, weil die Produkte aus Deutschland kommen.“ Außerdem steckten in deutschen Exportprodukten immer mehr Zulieferprodukte aus den Nachbarländern. Damit übernehme Deutschland einen wichtigen Beitrag als Konjunkturlokomotive für diese Länder.

Exporte unter den Erwartungen

So sieht es auch Stormy-Annika Mildner vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI): „Der deutsche Außenhandel war 2013 eine Triebkraft für die allmähliche Belebung der Konjunktur in der Europäischen Union – trotz des hohen Handelsbilanzüberschusses.“

Zumal die Zahlen der Statistiker zeigen: Die Exporte in die Europartnerländer fielen um 1,2 Prozent, während die Importe aus der Eurozone nur um 0,2 Prozent sanken: Der deutsche Exportüberschuss mit den Partnern ging also zurück. Er stieg jedoch kräftig im Handel mit der restlichen Welt außerhalb der EU, wie Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg betont: „Der Rest der Welt erwirtschaftete ein Handelsdefizit von 153 Milliarden Euro mit Deutschland.“

So oder so: 2013 blieben die deutschen Exporte unter den Erwartungen. „Grund war die schwache Nachfrage in der Eurozone und in den Schwellenländern“, sagt Mildner. Im Schlussquartal hätten die Ausfuhren allerdings an Dynamik gewonnen. Dieser Trend werde sich nun fortsetzen.

„Vorsichtig optimistisch“

Der DIHK rechnet gar mit einem kräftigen Exportplus von 4,5 Prozent. Die steigende Nachfrage in Europa, den USA und auch in den Schwellenländern nach Produkten „Made in Germany“ gleiche den relativ starken Euro und eine Verschlechterung bei den Lohnstückkosten in Deutschland mehr als aus, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Auch der BGA ist „vorsichtig optimistisch“, dass sich im Euroraum eine Trendwende zum Besseren abzeichnet. Als wichtigster Wachstumstreiber für den Außenhandel werde sich 2014 aber die USA erweisen, sagt Börner. Er rechne insgesamt mit einer Zunahme der Exporte um 3 Prozent auf 1127 Milliarden Euro. Das wäre ein Rekordwert. 2012 hatte Deutschland Waren im Volumen von 1096 Milliarden Euro ins Ausland verkauft, 2013 waren es etwa zwei Milliarden Euro weniger.

Ökonom Schulz ist da skeptischer. Er fürchtet, dass die Turbulenzen in einigen Schwellenländern die Nachfrage nach deutschen Waren dort drücken könnten: „Aber solange China nicht betroffen ist, wird die Auswirkung begrenzt bleiben.“

Zudem könnte die Kritik des Bundesverfassungsgerichts am EZB-Rettungsprogramm für Unruhe sorgen – falls der Europäische Gerichtshof der Karlsruher Einschätzung folgen sollte. Holger Schmieding von der Berenberg Bank betont: „Das Sicherheitsnetz der EZB abzuspannen, ist wohl das Einzige, was die Eurokrise wieder neu entfachen könnte.“ Auch ZEW-Präsident Clemens Fuest warnt: „Wenn das (EZB-Anleihenprogramm) OMT gekippt wird, könnte die Krise wieder aufkommen.“ Damit ist 2014 allerdings noch nicht zu rechnen.

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