Unternehmen Alexander Falk muss 209 Mio. Euro zahlen

Weil er seine Firma Ision überteuert an Energis verkaufte, wurde Alexander Falk zu vier Jahren Haft verurteilt. Seit 2011 lebt er wieder auf freiem Fuß. Jetzt muss er noch knapp 209 Mio. Euro Schadenersatz bezahlen.

Der ehemalige Internet-Unternehmer Alexander Falk muss knapp 209 Mio. Euro Schaden ersetzen, den er mit einem manipulierten Unternehmensverkauf im Jahr 2000 verursacht hat. Diese
Entscheidung hat die 27. Zivilkammer des Hamburger Landgerichts am Donnerstag in der Hansestadt verkündet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Berufung zum Hanseatischen Oberlandesgericht ist möglich.

Die Insolvenzverwalter der britischen Firma Energis plc hatten Falk auf Schadenersatz verklagt, weil Energis ihm 2000 zu einem überhöhten Preis seine Firma Ision abgekauft hatte. Damals waren knapp 209 Mio. Euro in bar geflossen sowie Aktien, die heute allerdings wertlos sind.

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Der mittlerweile 43-Jährige war nach einem mehrjährigen Prozess im Mai 2008 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Als Verwaltungsratsvorsitzender hatte der Betriebswirt im Zuge der Neuen-Markt-Euphorie den Wert seiner Internet-Firma durch Scheinrechnungen manipuliert, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen, wie das Gericht damals urteilte. Die englische Energis zahlte laut Urteil mindestens 30 Mio. Euro mehr als es dem Marktwert entsprach. Beide Firmen brachen kurz nach dem Deal zusammen. Alexander Falk hat die Gefängnisstrafe größtenteils verbüßt, der Rest wurde zur Bewährung ausgesetzt. Seit August 2011 lebt er wieder auf freiem Fuß.

„Der Käufer kann im Rahmen des Schadenersatzes die Rückabwicklung des Vertrags verlangen“, sagte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn. Mit Blick auf das Zivilverfahren
hatte zuvor ein Strafgericht das eingefrorene Vermögen von Falk nicht endgültig zugunsten des Staates einkassiert. Die Ansprüche von Energis hätten Vorrang. Im Zuge des Verfahrens waren 30 Mio. Euro aus dem Privatvermögen und 50 Mio. Euro eines Falk-Unternehmens mit einem Arrest belegt worden.

Ob Falk den Schadenersatz leisten kann, ist ungewiss. Zeitweise hieß es in Medienberichten, der vermögende Schwiegervater des Straftäters könnte in einem Vergleich mit Energis einen Teil der Forderungen begleichen. Sollte die Forderung von Energis rechtskräftig werden, so kann das Unternehmen Anspruch auf Falks Vermögen bis zur Pfändungsgrenze erheben.

Falks Schwiegervater ist der Hamburger Kaufmann Axel Schroeder. Der 69-Jährige ist Aufsichtsrat des Emissionshauses MPC Münchmeyer Pertersen Capital AG (bringt Aktien an die Börse).

mit dpa

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