Unternehmen Alles anders, alles neu

Wenn kreative Zerstörer mit neuen Geschäftsmodellen dieEtablierten herausfordern, sollten sie sich auf harte Gegenwehr gefasst machen.

„Die Marktforschung sagt Nein. Wirmachen es trotzdem.“ Mit diesemSpruch bewirbt der LimoherstellerBionade seine neue GeschmacksrichtungQuitte. Chef Peter Kowalsky glaubt an dieMethode Versuch und Irrtum – nicht andas, was andere sagen. „Gebraute Limonade?Braucht kein Mensch“, hörte er immerwieder. Heute verkauft er 200 MillionenFlaschen pro Jahr. Eine radikaleNeuerung können sich meist weder Kundennoch Unternehmen in der Branchevorstellen. Innovationen kommen auseinerunerwarteten Ecke von Menschen,die Vertrautes hinterfragen: „Geht dasnicht anders? Besser?“ Kreative Zerstörerhat der Ökonom Joseph Schumpeterdiesen Schlag Unternehmer genannt.

Ein gutes Dutzend solcher Entrepreneuretraf sich im Juli auf Einladung derFinancial Times Deutschland in Potsdam.Eine gemeinsame Erfahrung: Jede guteIdee muss gegen Widerstände durchgesetztwerden, etwa gegen Zweifel derGeldgeber. Als Helmut Thoma auf RTLdie ersten Erotikfilme abspielte, gab eseinenAufschrei. „In Umfragen sagtejeder,so was will ich nicht sehen.“ Hinterverschlossenen Türen mochten es dieLeute aber, wie Thoma vermutet hatte,“ein wenig schmuddelig“.Je stärker die Lobby der Platzhirsche,desto härter müssen die Neuen kämpfen.Oliver Blume, Gründer der DiscountapothekeEasy, wurde gar von einem Detektivbeschattet, den Rivalen auf ihn angesetzthatten. Bionade-Chef Kowalskystreitet sich mit Nachahmern vor Gericht.Sein Fazit: „Es macht Spaß, derHerausforderer zu sein. Aber manmuss sich darauf einstellen, eins aufdie Schnauze zu bekommen.“

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Erfahren Sie mehr über die kreativen Zerstörer im Porträt unter www.ftd.de/kreativezerstoerer

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