Unternehmen Amazon kauft Spezialisten für Buchempfehlungen

Welches Buch lohnt es sich zu lesen? Auf der US-Website Goodreads geben rund 16 Millionen Mitglieder regelmäßig Einschätzungen zu Büchern ab. Jetzt übernimmt der Handels-Gigant Amazon die Firma, die vom Spross einer traditionsreichen Verleger-Familie gegründet wurde.

Amazon will seinen Kunden mit einem Zukauf das
Entdecken passender Bücher erleichtern. Der weltgrößte
Online-Einzelhändler übernimmt dafür die Plattform Goodreads, einen
Spezialisten für Buchempfehlungen mit rund 16 Millionen Mitgliedern.

Goodreads ist eine Art Online-Netzwerk für Bücherwürmer – man kann
sehen, was Freunde lesen und sich darüber austauschen. Zugleich will
Goodreads dank der Nutzerdaten aber auch eine Empfehlungs-Maschine
sein: Man bewertet die gelesenen Bücher und bekommt Vorschläge auf
Grundlage der Präferenzen von Mitgliedern mit einem ähnlichen
Geschmack.

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Preis bleibt ungenannt

Amazon-Kunden bekommen zwar bereits eine gewisse Orientierung durch die Kommentare anderer Nutzern, mit Goodreads kann der
Konzern aber noch einen Schritt weitergehen. Der Dienst soll nun mit
Amazons Kindle-Plattform für digitale Bücher verbunden werden. Ein
Preis wurde bei der Ankündigung am späten Donnerstag nicht genannt.

Amazon hat das Thema schon länger im Blick: Bereits 2008 übernahm
der Online-Händler das Leser-Netzwerk Shelfari. „Amazon hat gute
Bewertungen, aber die Kommentare bei Goodreads sind besser“, hatte
Goodreads-Gründer Otis Chandler einmal in einem Interview behauptet.

Chandler und seiner Frau Elizabeth gründeten Goodreads im Jahr
2007. Die Plattform werde unter dem Dach von Amazon weiter unabhängig
agieren, versprach Otis Chandler in einem Blogeintrag. Trotz der
Amazon-Fokussierung auf den E-Book-Markt würden auch Leser von
Büchern auf Papier nicht benachteiligt. Chandler, ein gelernter
Software-Entwickler, stammt aus einer traditionsreichen
Verleger-Familie und bekam seinen Vornamen zu Ehren eines legendären
Herausgebers der „Los Angeles Times“.

Die Übernahme ist ein Erfolg für die Wagniskapital-Firma True
Ventures, die Goodreads einst den Anschub mit der ersten
Finanzspritze von 100.000 Dollar gab und später weitere zwei
Millionen Dollar investierte. Die Gründer seien sehr sparsam gewesen
und kamen über die Jahre mit wenig Geld aus, sagte
True-Ventures-Gründer Jon Callaghan dem Magazin „Forbes“.

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