Unternehmen Apple kauft Spezialisten für Twitter-Analyse Topsy

Der Apple Store in Palo Alto, Kalifornien

Der Apple Store in Palo Alto, Kalifornien© Apple

Apple-Chef Tim Cook setzt seine Shopping-Tour fort. Kurz nach der Übernahme von PrimeSense landete nun die Firma Topsy für über 200 Millionen Dollar im Einkaufskorb. Experten rätseln über Apples Pläne mit dem Big-Data-Spezialisten.

Apple taucht in den Twitter-Strom ein. Der iPhone-Konzern kaufte die Firma Topsy, die auf die Auswertung der Aktivität bei dem Kurznachrichtendienst spezialisiert ist. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ zahlte Apple über 200 Millionen Dollar. Der Konzern bestätigte der Zeitung am Montag den Kauf von Topsy, machte aber keine weiteren Angaben. Topsy wertet zum Beispiel aus, wie populär ein bestimmtes Thema oder Ereignis bei Twitter ist.

Es ist auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Übernahme für Apple: Der iPhone-Konzern kauft üblicherweise Firmen, deren Produkte in seine Geräte oder Dienste eingebaut werden können. So basiert die Fingerabdruck-Erkennung im neuen iPhone 5s auf einem Zukauf. Es gab auch mehrere Übernahmen für den hauseigenen Kartendienst und die Chip-Entwicklung. Jüngst kaufte Apple mit PrimeSense einen
Spezialisten für 3D-Sensoren.

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Verschiedene Einsatzmöglichkeiten

Wie genau Topsy in das Apple-Angebot passt, ist dagegen vorerst unklar. Nach Einschätzung des „Wall Street Journal“ könnte die Firma zum Beispiel dem neuen Musikradio oder der Werbe-Plattform iAd zugutekommen. Als Spezialist für die Auswertung großer Datenmengen könnte Topsy auch dazu beitragen, Kaufstimmungen von Apple-Kunden mit Hilfe von Big-Data-Analyse genauer zu ermitteln. Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Google oder Microsoft verfügt Apple nur über vergleichsweise wenige eigene Datenbestände über seine Nutzer.

Außerdem ist Topsy eines der wenigen Unternehmen mit direktem Zugriff auf die gesamte Flut der Twitter-Nachrichten. Der Dienst erfasst alle bisher verfasten Tweets und macht sie durchsuchbar. Während Apple mit seinen iPhones und iPads viele Milliarden verdiente, war der Konzern bei seinen Ausflügen ins Social Web bisher wenig erfolgreich. Apples Musik-Netzwerk Ping wurde nach rund zwei Jahren wieder eingestellt.

In den vergangenen Jahren war Apple deshalb auch immer wieder als möglicher Käufer von Twitter gehandelt worden. Der Dienst ist seit
einiger Zeit direkt in die Software für Apples Handys und Tablets eingebaut. Ein Kauf von Twitter wäre mit Apples Geldberg von über 140 Milliarden Dollar locker zu stemmen gewesen. Doch Apple schlug nie zu, Twitter ging an die Börse und ist dort inzwischen über 20 Milliarden Dollar wert. Apple scheut grundsätzlich Riesen-Übernahmen und kauft lieber hochspezialisierte Anbieter für jeweils einige hundert Millionen Dollar.

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