Unternehmen Arbeitnehmer bleiben selten zu Hause

Der Krankenstand in Deutschland verharrt nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf niedrigen Niveau. Die Kassen aber sehen 2009 wieder einen leichten Anstieg der Fehlzeiten.

Inmitten der Wirtschaftskrise hat sich der Krankenstand in Deutschland nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums kaum verändert. „Wahrscheinlich ergibt sich im zu Ende gehenden Jahr ein ähnlich niedriges Niveau wie 2008“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag.

Im vorigen Jahr blieben an den monatlichen Zähltagen im Durchschnitt 3,37 Prozent der gesetzlich versicherten Arbeitnehmer krankheitsbedingt Zuhause. Dies war kaum mehr als im Jahr 2007, als mit 3,22 Prozent ein Tiefstand verzeichnet wurde. Endgültige Zahlen für 2009 sollen im Frühjahr vorliegen.

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Die Sprecherin stellte damit einen Bericht der Zeitung „Die Welt“ richtig, wonach bereits eine Bilanz für 2009 vorliege. Danach sollen Arbeitnehmer „3,3 Prozent der Sollarbeitszeit“ aus Krankheitsgründen gefehlt haben. Dies entspräche laut Zeitungsbericht 7,3 Arbeitstagen. Eine derartige Umrechnung gibt die Ministeriumsstatistik laut Sprecherin aber nicht her, da sie nur die Krankmeldungen an einem monatlichen Stichtag erfasst und nichts über die Dauer einer Erkrankung aussagt.

Kassen errechnen 2009 höhere Fehlzeiten

Die Krankenkassen, die umfangreichere Daten sammeln, rechnen damit, dass sich die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Jahr 2009 wieder erhöht haben. So teilte die KKH-Allianz kurz vor Weihnachten mit, dass nach ihren Berechnungen jeder Arbeitnehmer im Durchschnitt an 15,9 Tagen im Job fehlte. Im Jahr davor habe die durchschnittliche Fehlzeit noch 15,4 Tage betragen, nach 14,4 Tagen im Jahr 2007. Dies ergebe eine Auswertung der Daten der über zwei Millionen Versicherten bei der KKH-Allianz.

Auch die Betriebskrankenkassen hatten bereits mitgeteilt, die Arbeitnehmer fehlten wieder häufiger wegen Krankheit. Der BKK-Bundesverband errechnete für die Monate Januar bis Oktober einen Krankenstand von vier Prozent, nach 3,8 Prozent im gleichen Zeitraum 2008. Für das Gesamtjahr 2008 hatte der BKK-Bundesverband durchschnittlich 13,4 Fehltage errechnet.

Hauptursachen für das Fernbleiben von der Arbeit waren nach den Krankenkassenangaben Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, die etwa ein Viertel der Krankmeldungen ausmachten. Den größten Anteil an den Krankschreibungen haben nach BKK-Angaben kurze Krankmeldungen von weniger als drei Tagen. Ihr Anteil an den gesamten Fehltagen mache nur sechs Prozent aus, während 45 Prozent der Ausfalltage auf Erkrankungen zurückgingen, die länger als sechs Wochen dauerten.

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