Unternehmen Asiaten übernehmen Aleo Solar: 500 Jobs auf der Kippe

Die Produktion von Aleo Solar im brandenburgischen Prenzlau.

Die Produktion von Aleo Solar im brandenburgischen Prenzlau.© Aleo Solar

Das Bangen und Hoffen hat ein Ende: Der Sonnenenergiespezialist Aleo wird zerschlagen. Der Großteil geht an Investoren aus Asien, die nur einen symbolischen Euro zahlen. Hunderte Jobs fallen weg.

Eine Investorengruppe aus Asien kauft große Teile des kriselnden Solarmodulherstellers Aleo Solar. Für den Löwenanteil der Beschäftigten ist das jedoch keine gute Nachricht: Das Geschäft soll mehr als 70 Prozent der Belegschaft den Arbeitsplatz kosten. Nur 200 der zuletzt rund 730 Mitarbeiter haben eine Zukunft bei Aleo, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der seit 2009 mehrheitlich zur Bosch-Gruppe zählende Solarspezialist zieht mit dem Verkauf einen Schlussstrich unter monatelange Negativnachrichten: Das Unternehmen hatte zuletzt hohe Verluste eingefahren und war von der Insolvenz bedroht.

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Aktionäre entscheiden auf außerordentlicher Hauptversammlung

In einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt sagte Aleo-Chef York zu Putlitz: „Ich bedaure, dass es nicht möglich war, mehr Arbeitsplätze zu erhalten. Mit der Produktion in Prenzlau, einem Großteil der Vertriebsmannschaft und der Marke Aleo bleiben jedoch wesentliche Teile des Unternehmens erhalten.“ Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den Weg für die Pläne freimachen, einen Termin für das Treffen gibt es noch nicht. Außerdem steht der Deal noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Wettbewerbshüter.

Die Käufer wollen den Angaben zufolge ungefähr 200 Mitarbeitern der Aleo-Gruppe Jobs anbieten, Details sind dabei unklar. Mit den Betriebsräten an den Standorten im niedersächsischen Oldenburg und dem brandenburgischen Prenzlau seien bereits Rahmensozialpläne vereinbart. Ein Interessensausgleich müsse nun verhandelt werden.

Das Käuferkonsortium stammt aus der Solarbranche und sitzt in Taiwan, Japan und Hong Kong. Die neuen Besitzer wollen den Kauf über eine GmbH mit Sitz in Hamburg abwickeln, die sie als Investoren mit 13,5 Millionen Euro Eigenkapital ausstatten.

Produktionsstätte für symbolischen Euro

Aleo muss für den Kauf drauflegen: Den Angaben zufolge fließt für die Produktionsstätte in Prenzlau inklusive Anlagevermögen, Vorräten, gewerblichen Schutzrechten und Anteilen an einem Tochterunternehmen nur ein symbolischer Euro. Aleo dagegen überweist zehn Millionen Euro an die neuen asiatischen Besitzer. Der Noch-Mehrheitsaktionär Bosch stützt Aleo zum Abschluss mit 31 Millionen Euro.

Der unverkaufte Rest des Unternehmens soll aufgelöst werden. Bosch habe seinen Willen für „eine geordnete Abwicklung ohne Insolvenz“ bekundet und wolle das auf der Hauptversammlung beschließen. Der Technologiespezialist und Autozulieferer Bosch hatte mit seinen Aktivitäten in der Solarbranche Milliardenverluste eingefahren und sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Die Schwaben hatten Aleo bis zum Frühling dieses Jahres eine Frist für die Investorensuche eingeräumt.

2011 hatte die Aleo-Aktie über 25 Euro notiert. Am Mittwochmorgen lag sie bei 4,25 Euro – ein knappes Fünftel des einstigen Spitzenwertes.

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