Unternehmen Auf die Gesundheit, Männer!

Jeden Tag wagen Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit. Im Handelsregister finden sich die Geburtsurkunden ihrer Firmen. impulse stellt jeden Monat eine Gründung vor - ausgewählt nach dem Zufallsprinzip. Heute: Eine Agentur für Männer.

Herr Beier, von Ihrer Geschäftsidee verstehe ausnahmsweise auch ich etwas: Es geht um Männer.

Beier: Wenn unsere Zielgruppe die Idee nicht verstehen würde, dann hätten wir ein Problem! (lacht)

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Sie haben eine Agentur für Männer gegründet. Warum sollten die zu Ihnen kommen?

Beier: Weil wir glauben, dass sie Beratungsangebote brauchen. Wir beobachten bei Männern eine extrem wachsende Zahl von psychischen Krankheiten und eine Selbstmordrate, die viel höher ist als bei Frauen. Die kürzere Lebenserwartung von Männern ist biologisch nicht begründbar, das sind äußere Umstände. Männer lernen traditionell, auf die Aufgabe zu schauen, nicht auf sich selbst. Das führt oft dazu, dass sie unter ihren Möglichkeiten bleiben. Das ist ein Schatz, den Unternehmen heben müssen. Dabei wollen wir helfen, mit Coaching-Paketen für Mitarbeiter und Führungskräfte.

Was bringt das den Unternehmen?

Beier: Mittelfristig hat es natürlich finanzielle Folgen für ein Unternehmen, wenn eine hohe Anzahl von Krankentagen reduziert wird. Und eine gelassenere Betriebskultur führt zu besserem Output.

Keine Sorge, dass die Männer sich für Weicheier halten, wenn sie zu Ihnen kommen?

Beier: Das ist genau der Knackpunkt. Wir treten an, um das zu ändern. Männer brauchen eine andere Ansprache. Banal gesagt: Sie öffnen sich eher in einer Kneipenatmosphäre – und das auch nicht beim ersten, sondern vielleicht beim fünften Mal. Deswegen eröffnen wir gleichzeitig eine Bar.

Warum sind Sie Unternehmer geworden?

Beier: Ich habe mehrere Schwenks hingelegt: Gelernt habe ich Bankkaufmann und danach Soziologie studiert. Dann bin ich Bewegungstherapeut und Gendertrainer geworden. Während dieser Zeit ist mir das Männerthema immer wichtiger geworden. Und der einzige Weg, meine Idee von einem Männerzentrum zu realisieren, war das Selbermachen.

Was hält Ihre Familie von Ihrer Gründung?

Beier: Meine Partnerin findet es klasse. Wir haben beide keine Sorge, dass es nicht funktionieren könnte.

Und was sagen andere Frauen dazu?

Beier: Viele sagen: Super, ein Männerzentrum braucht es schon lange. Wir machen das ja auch nicht gegen Frauen, sondern für Männer.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 06/2012.

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