Unternehmen Autozulieferer schlittern reihenweise in die Insolvenz

Die deutschen Zulieferer der Autoindustrie entwickeln sich zur gefährdeten Spezies: Eine ganze Reihe von ihnen wurde durch die Absatzkrise der großen Konzerne in die Insolvenz gezwungen, zuletzt Karmann. FTD.de gibt einen Einblick in die Probleme der Branche.

Ehemalige Conti-Tochter Stankiewicz: Das erste Opfer

Die frühere Continental-Tochter eröffnete den Insolvenz-Reigen. Die Firma aus dem niedersächsischen Adelheidsdorf mit weltweit mehr als 2100 Beschäftigten konnte sich mit Banken, Kunden und Lieferanten nicht auf ein Rettungskonzept einigen. Der Insolvenzverwalter sucht einen Käufer für Stankiewicz. Die Firma stellt Schallisolationssysteme her.

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TMD Friction: Gerettet trotz Insolvenz

Der Bremsenhersteller TMD Friction ist der erste deutsche Autozulieferer, der nach der Insolvenz gerettet wurde. Das Leverkusener Unternehmen wurde kürzlich vom britischen Finanzinvestor Pamplona übernommen. 3800 der ursprünglich 4500 Arbeitsplätze sowie alle Standorte sollen erhalten bleiben.

Bremsenhersteller Tedrive

Kurze Zeit später meldete auch der Bremsenhersteller aus Nordrhein-Westfalen mit 2000 Beschäftigten Insolvenz an. Tedrive stellt in Düren Antriebswellen und Differenziale her, in Wülfrath werden Lenksysteme gefertigt.

Cabriodach- und Pedalwerkhersteller Edscha

Es folgte die Remscheider Firma Edscha mit europaweit 4200 Beschäftigten. Edscha-Eigner Carlyle, einer der größten Finanzinvestoren weltweit, hatte zuvor erfolglos mit Banken und Autobauern verhandelt. Der Versuch von Edscha, öffentliche Garantien zu erhalten, war gescheitert. Das 1870 gegründete Traditionsunternehmen mit 1,1 Mrd. Euro Umsatz ist auf Türscharniere, Cabrio-Dächer und Pedalwerke spezialisiert.

Plastal, deutsche Tochter des schwedischen Zulieferers

Die deutsche Tochter des schwedischen Autozulieferers wurde Mitte März mit der Muttergesellschaft in die Insolvenz gerissen. Das Unternehmen aus dem fränkischen Weißenburg hat hierzulande 2200 Mitarbeiter. Insolvenzverwalter Siegfried Beck sucht nun unabhängig von den Schweden einen neuen Eigentümer für den Hersteller von Stoßfängern, Armaturenteilen und anderen Plastikkomponenten.

Dagro, Innenausstattungen für Autos
Der thüringische Hersteller von Innenausstattungen meldete Insolvenz an, weil die Aufträge einbrachen. Das Unternehmen steckte bereits länger in finanziellen Schwierigkeiten, deshalb blieb ihm ein Zugriff auf öffentliche Hilfen verwehrt. Für Dagro arbeiten 420 Menschen.

AE Group, Druckgussteile aus Alu
Der ebenfalls in Thüringen ansässige Hersteller von Aluminium-Druckgussteilen hat mit Umsatzschwund zu kämpfen und will sich mit Hilfe einer Insolvenz in Eigenverwaltung aus der Krise ziehen. Mehrere deutsche Werke sollen geschlossen und 400 Stellen gestrichen werden. Weltweit beschäftigt AE 1400 Mitarbeiter in sieben Werken.

Quelle: Reuters

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