Unternehmen Autozulieferer Sellner rutscht in die Insolvenz

Die Auftragsbücher des Oberflächen-Herstellers sind gut gefüllt, doch der Ausschuss ist zu groß. Das Unternehmen wird zum Sanierungsfall.

Der Autozulieferer Sellner mit Sitz in Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) hat Insolvenzantrag gestellt. Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit nannte Insolvenzverwalter Siegfried Beck am Sonntag Verluste wegen hoher Ausschussquoten bei neuen Fahrzeugmodellen und Fehlkalkulationen bei Großaufträgen. Die seit 2005 zur EquiVest/CBR Management GmbH zählende Sellner Gruppe beschäftigt weltweit etwa 2400 Mitarbeiter, davon 1600 in Bayern und Baden-Württemberg.

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Zu den Zukunftsperspektiven für den Hersteller von Innenraum-Oberflächen wollten sich die Sanierungsspezialisten Beck und Joachim Exner am Sonntag nicht abschließend äußern. „Wir haben eine gute Marktstellung und volle Auftragsbücher. Das sind erfreuliche Ausgangsvoraussetzungen“, sagte Beck.

Nun gelte es, gemeinsam mit der Geschäftsführung zu klären, welche Sanierungsmaßnahmen für eine profitable Aufstellung erforderlich sind. Gemeinsames Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten. Anstelle der Löhne und Gehälter erhielten die Beschäftigten bis Ende März Insolvenzgeld.

Nach dem Insolvenzantrag begannen Beck und Exner am Wochenende mit der Analyse der Unternehmenssituation. Wichtigste Aufgabe sei es zunächst, den Warenfluss von den Lieferanten und an die Kunden sicherzustellen. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Automobilherstellern, um dort die Fahrzeugproduktion nicht abreißen zu lassen“, heißt es in einer Mitteilung. Zu den Kunden zählen alle deutschen Autohersteller, aber auch große internationale Marken wie Cadillac, Chrysler, Nissan, Renault und Rolls Royce.

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