Unternehmen Banken kündigen Sunways Millionenkredite

Bei der Solarfirma Sunways aus Konstanz läuft es derzeit alles andere als rund: Billigkonkurrenz aus Asien macht dem Unternehmen schwer zu schaffen. Nun haben Banken der Firma den Geldhahn zugedreht.

 

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Die Situation bei Sunways spitzt sich zu: Wegen der Probleme in der Photovoltaikindustrie haben Banken der angeschlagenen Solarfirma Kredite über insgesamt 6,6 Millionen Euro gekündigt. Gleichzeitig wurde die Verwertung der von Sunways gestellten Sicherheiten eingeleitet, wie das Unternehmen am Dienstag in Konstanz mitteilte.

Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, verhandle der Vorstand der Sunways AG unabhängig davon weiter mit den Banken über die Rückführung des zum Zeitpunkt der Kündigung in Anspruch genommenen Kreditvolumens. Der Kreditrahmen von 6,6 Millionen Euro sei dabei voll ausgeschöpft worden. „Wir müssen schauen, wie wir aus der Situation rauskommen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. „Entweder finden wir eine Lösung mit den Banken oder innerhalb des Konzerns.“

Beispielsweise könnte der Hauptaktionär von Sunways – die chinesische LDK Solar – für das Unternehmen einspringen. Ob es bereits Signale in diese Richtung gegeben habe, wollte der Sprecher nicht kommentieren. „Enger als jetzt standen wir nie im Kontakt“, sagte er. Mitglieder von LDK Solar sind sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand von Sunways vertreten.

Der Schritt der Banken sei zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten gewesen, sagte der Sprecher. Der Konzern hatte die Kreditrahmen eigentlich für den Zeitraum bis September 2013 im zweiten Quartal 2012 mit den Banken vereinbart. Diese machten den Angaben nach nun von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht. Vor diesem Hintergrund wurde die für den 30. April anstehende Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Dem Unternehmen macht vor allem der Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus Asien schwer zu schaffen. Das Betriebsergebnis (Ebit) hatte Ende September bei einem Verlust von 24,5 Millionen Euro (2011: minus 21,6 Mio Euro) gelegen. Ende vergangenen Jahres beschäftigte der Konzern 265 Mitarbeiter.

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