Unternehmen Bauindustrie spürt Sparkurs der Kommunen

Die deutsche Bauindustrie ist im vergangenen Jahr nicht so stark gewachsen wie erwartet. Wegen des Immobilienbooms kamen zwar deutlich mehr Aufträge von Privatpersonen. Kommunen aber hielten sich stark zurück.

Die deutsche Bauindustrie hat ihre Umsatzerwartungen im abgelaufenen Jahr deutlich verfehlt. „Wenn wir ein Plus von ein oder zwei Prozent geschafft haben, können wir noch zufrieden sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands HDB, Michael Knipper, der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe). Ursprünglich hatte der Verband für 2012 einen Anstieg um vier Prozent veranschlagt. Knipper führte das schwächere Wachstum darauf zurück, dass die Branche zum Jahresende an Schwung verloren habe. Im Dezember habe wie bereits im vergangenen Januar der Winter zu Einbrüchen bei der Bautätigkeit geführt.

Immobilienboom

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Der Wohnungsbau habe die Erwartungen voll erfüllt, sagte Knipper. Allerdings seien die Kommunen als Auftraggeber „dramatisch weggebrochen“. Er verwies auf Einschätzungen des Deutschen Städtetages, wonach die Bauausgaben der Kommunen das Vorjahresniveau mit 15 Milliarden Euro um rund 15 Prozent unterschritten hätten. Das wäre der deutlichste Rückgang in den vergangenen 20 Jahren.

Der Deutsche Städtetag begründete den scharfen Rückgang mit dem Wegfall des Konjunkturprogramms in Folge der Finanzkrise. Dies habe zwischen 2009 und 2011 für „erfreulich hohe“ Investitionen gesorgt, sagte Geschäftsführer Stephan Articus der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. Die Investitionsschwäche vieler Kommunen sei dadurch verdeckt worden.

Erst kurz vor Weihnachten hatte der Verband der Bauindustrie wegen starker Auftragseingänge im Herbst von einem „goldenen Oktober“ gesprochen. Für das Jahr 2012 sei das aber zu spät gewesen, weil die schlechte Witterung eine Abarbeitung der Aufträge nicht mehr zugelassen habe. Auf dem Bau arbeiten in Deutschland im Jahresschnitt rund 715.000 Arbeitnehmer.

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