Unternehmen Baumarktkette Praktiker steht endgültig vor dem Aus

Praktikermarkt in Saarbrücken

Praktikermarkt in Saarbrücken© Praktiker

Bei Praktiker gehen endgültig die Lichter aus, der Kampf um die Zukunft der Baumarktkette ist verloren. Für die ebenfalls insolvente Tochter Max Bahr gibt es jedoch Hoffnung.

Die Baumarkt-Kette Praktiker verschwindet vom deutschen Markt. In 130 Märkten beginnt Ende nächster Woche der Ausverkauf, teilten die vorläufigen Insolvenzverwalter am Mittwoch in Hamburg mit. Es gebe jedoch gute Chancen, dass zahlreiche dieser Filialen unter anderen Marken fortgeführt würden, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder.

Für die ebenfalls insolvente Konzerntochter Max Bahr gebe es mehrere Angebote sowohl von strategischen als auch von Finanzinvestoren. Niemand aus diesem Kreis habe jedoch Interesse an den Warenbeständen von Praktiker, die deshalb verkauft würden.

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Den insgesamt 5330 fest angestellten Beschäftigten an den betroffenen Standorten, davon 1780 geringfügig Beschäftigte, werde zunächst nicht gekündigt. Erst am Ende des Investorenprozesses, der bis Oktober abgeschlossen sein soll, werde sich absehen lassen, was aus den einzelnen Standorten werde.

Von den einstmals 168 Praktiker- und 14 extra Bau- und Hobby-Märkten sind seit einem Monat bereits 51 im Ausverkauf. Dort werden die restlichen Waren zu Sonderpreisen an die Kunden abgegeben. In weiteren Praktiker-Filialen war der Verkauf zunächst unverändert weitergegangen. Ein Massekredit hatte dafür gesorgt, dass die Belieferung nicht unterbrochen werden musste.

Wettbewerbsintensiver Markt

Max Bahr – 2007 von Praktiker übernommen – hatte zwei Wochen nach der Muttergesellschaft ebenfalls einen Insolvenzantrag stellen müssen. Für die Tochtergesellschaft wurde ein eigener vorläufiger Insolvenzverwalter berufen, ebenso für die Holding. Insgesamt arbeiten rund 15 000 Beschäftigte in der Praktiker-Gruppe.

Aus Sicht von Branchenbeobachtern wurde Praktiker vor allem die zu aggressive eigene Rabattstrategie zum Verhängnis. Zudem gilt das Segment der Baumärkte als überbesetzt und sehr wettbewerbsintensiv.

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