Unternehmen Berliner Smartphone-Bezahldienst SumUp geht nach Russland

Einsteck-Kartenleser für Smartphone und Tablet sind derzeit in Mode, in Europa drängt ein Anbieter nach dem anderen ins Geschäft. Die Berliner Firma SumUp sucht jetzt ihr Glück im Riesen-Markt Russland. Es ist ein schwieriges Pflaster.

 

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Das Berliner Start-up SumUp, das Kartenzahlungen per Smartphone ermöglicht, wagt sich nach Russland. „Es ist ein schnell wachsender Markt, an dem wir teilhaben wollen“, sagte Mitgründer Stefan Jeschonnek der dpa. In dem Land gebe es sechs Millionen kleine Händler, und Kartenzahlungen seien inzwischen auf dem Vormarsch. SumUp prescht als erster von mehreren rivalisierenden europäischen Anbietern in den Riesen-Markt Russland vor.

Für den am Mittwoch angekündigten Markteintritt ging SumUp eine Partnerschaft mit der russischen Svyaznoy-Gruppe ein. Sie wird die einsteckbaren Kartenleser in ihren rund 3000 Filialen vertreiben und dort auch selbst für den Zahlungsverkehr einsetzen. Außerdem kümmert sich der Svyaznoy-Konzern, zu dem eine große Bank gehört, um die Abwicklung der Zahlungen.

„In Russland zu starten ist nicht so leicht“

„In Russland zu starten ist nicht so leicht, wie in anderen Ländern“, räumte Jeschonnek unter anderem mit Blick auf die Regulierungs-Anforderungen ein. SumUp habe an dem Projekt lange gearbeitet. Damit ist die Berliner Firma in elf Ländern aktiv.

In Russland werde vor allem in den Städten immer häufiger mit Karte bezahlt, pro Jahr gebe es ein Wachstum von rund 20 Prozent, sagte Jeschonnek. SumUp habe eine große Nachfrage festgestellt. Ein Argument sei die Sicherheit, weil Händler mit Kartenzahlungen weniger Bargeld bei sich haben müssten.

Das russische Finanzsystem war lange von einer ausgedehnten Schattenwirtschaft geprägt, auch deshalb spielten Kartenzahlungen eine kleinere Rolle als das Bargeld.

Eigene Infrastruktur hinter dem Bezahlsystem

Das SumUp-System ermöglicht in Russland das Bezahlen mit Unterschrift, neben Bankkarten werden auch Visa-Kreditkarten akzeptiert. Die Firma setzt auf eine komplette eigene Infrastruktur hinter dem Bezahlsystem und habe dadurch Kontrolle über die Sicherheit, betonte Jeschonnek. Die Kartenleser wurden speziell für den russischen Markt angepasst. Mehr als zehn Mitarbeiter in Moskau kümmern sich unter anderem um den Service für Händler.

Die Berliner Firma ist einer von mehreren Rivalen, die mit Einsteck-Modulen für Smartphones und Tablets auch kleineren Geschäften und Dienstleistern das Annehmen von Kartenzahlungen ermöglichen wollen. Dazu gehören unter anderem das ebenfalls aus Berlin stammende Unternehmen Payleven, der skandinavische Anbieter iZettle und das US-Vorbild Square.

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