World Happiness Report Sind Unternehmer glücklicher als Führungskräfte?

Wie glücklich sind Unternehmer? Der World Happiness Report bringt überraschende Ergebnisse.

Wie glücklich sind Unternehmer? Der World Happiness Report bringt überraschende Ergebnisse.© Povareshka - Getty Images

Führungskräfte sind zufriedener mit ihrer Arbeit als einfache Angestellte und fühlen sich weniger gestresst - das zeigen Studien immer wieder. Der World Happiness Report legt nun aber nahe: Das gilt nicht für alle Chefs gleichermaßen.

Hohe Verantwortung, ständige Erreichbarkeit, viele Termine – Chef stehen häufig unter großem Druck. Dennoch zeigten Studien der amerikanischen Harvard University zuletzt immer wieder: Viele Führungskräfte fühlen sich weniger gestresst als Angestellte.

Je höher der Rang einer Führungskraft, desto geringer waren der subjektive und der gemessene Stress. Die Wissenschaftler schlossen aus diesen Ergebnissen, dass das Gefühl von Kontrolle dem Stress entgegenwirkt und ihn zumindest zum Teil abpuffern kann. Chefs gelten in der Regel auch als zufriedener mit ihrer Arbeit als Angestellte, schließlich können sie – zumindest grundsätzlich – ihre Aufgaben und Ziele selbst bestimmen.

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Offensichtlich gilt das aber inbesondere für angestellte Führungskräfte – und weniger für die Firmeninhaber selbst. Das legt zumindest der „World Happiness Report“ nahe, der vom Sustainable Development Solutions Network (SDSN) zusammen mit der Ernesto Illy Foundation herausgegeben wird. Das jährliche Ranking misst das Glückslevel einzelner Länder – und in diesem Jahr auch, untermauert mit Material von Gallup World Poll, erstmals, wie Glück und Arbeit zusammenhängen.

Unternehmer weniger glücklich als Führungskräfte

Die weltweiten Daten zeigen: Selbstständige und Firmeninhaber sind weniger glücklich als leitende Angestellte. Lediglich 80 Prozent der Firmeninhaber weltweit sind demnach zufrieden mit ihrem Arbeitsleben, bei Managern mit Führungsverantwortung ist die Quote mehr als 8 Prozent höher. „Das hat uns wirklich überrascht“, zitiert die US-Nachrichtenseite Quartz George Ward, einen der Autoren des Kapitels im „World Happiness Report“ über den Zusammenhang zwischen Arbeit und Glück.

Unternehmer haben offenbar auch weniger zu lachen als die Leute, die für sie arbeiten. Fragen wie „Wurden Sie gestern den ganzen Tag lang respektvoll behandelt?“ und „Haben Sie gestern viel gelächelt oder gelacht?“ beantworteten nur gut 70 Prozent der Firmeninhaber mit Ja, angestellte Führungskräfte kamen auf gut 5 Prozent mehr. Allerdings gibt es regionale Unterschiede: So sind Firmeninhaber in Westeuropa deutlich zufriedener mit ihrem Leben und ihrer Arbeit als beispielsweise in Südostasien, dem nahen Osten oder Nordafrika.

Die Studie zeigt aber auch: Im Vergleich zu leitenden Angestellten sind Firmeninhaber in Westeuropa weniger glücklich mit ihrem Leben und ihrer Work-Life-Balance. Ursachen dafür nennen die Autoren nicht. Eine Rolle dürfte aber aber spielen, dass Firmeninhaber oft deutlich länger arbeiten als (leitende) Angestellte und auch in der Freizeit ständig noch mit dem Kopf bei der Arbeit sind. Mit ihrer Arbeit sind Unternehmer in Westeuropa der Studie zufolge immerhin genauso zufrieden wie Führungskräfte – dafür aber deutlich engagierter bei der Sache als viele Arbeitnehmer.

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