Unternehmen Bundesweit drohen Warnstreiks in der Metallindustrie

Warnstreikdrohungen und starke Sprüche auf beiden Seiten – im Tarifritual der Metallindustrie werden die Fronten aufgebaut. Ab dem 1. Mai drohen erste Warnstreiks. Doch die Arbeitgeber hoffen trotzdem auf einen Abschluss noch im Mai.

 

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Am Tag der Arbeit drohen bundesweit vereinzelt Warnstreiks in der Metallindustrie. Die Friedenspflicht im Tarifkonflikt der Branche endet am 30. April. Laut IG Metall wird es einen Warnstreik-Auftakt bereits in der Nacht zum 1. Mai in Nordrhein-Westfalen geben. Trotz des Feiertags wird in verschiedenen Betrieben gearbeitet. Ab dem 2. Mai will die IG Metall dann mit massiven Warnstreiks Druck machen.

Die Arbeitgeber bieten in den regionalen Verhandlungen 2,3 Prozent mehr Geld, die IG Metall fordert 5,5 Prozent für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten. Trotz der Verschärfung sehen die Arbeitgeber aber noch Aussichten auf eine baldige Einigung.

Der Stuttgarter IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte am Donnerstag: „Auf das Angebot kann es nur eine Reaktion geben und die heißt massive, sichtbare und vor allem für die Unternehmen spürbare Warnstreiks.“ Flächendeckende Warnstreiks beschloss die IG Metall ab dem 2. Mai auch für ganz Norddeutschland. Die nächsten Verhandlungen an der Küste sind für den 13. Mai in Bremen angesetzt.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall zeigte sich trotz der scharfen Töne zuversichtlich, dass noch im Mai ein Tarifabschluss gelingen könne. „Das Ritual ist offenbar nicht zu vermeiden“, sagte Verhandlungsführer Thomas Lambusch. „Die Arbeitnehmer wären aber besser beraten, in den Betrieben dafür zu sorgen, dass die Konjunktur sich nicht weiter abschwächt.“

Lambusch sagte, 2,3 mehr Geld seien ein gutes Angebot. Aus Sicht der Gewerkschaft entspricht das Arbeitgeberangebot von 2,3 Prozent wegen seiner Laufzeit von 13 Monaten auf 12 Monate umgerechnet aber nur 1,9 Prozent. Damit werde gerade einmal die Preissteigerung ausgeglichen, kritisiert die IG Metall.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie NRW, Luitwin Mallmann, hatte die Warnstreik-Pläne der IG Metall bereits am Mittwoch als „völlig unnötig“ bezeichnet. Die IG Metall gefährde damit die weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit und -treue deutscher Unternehmen. Im Ausland habe niemand Verständnis für Arbeitsniederlegungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie.

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