Unternehmen Call Center in der Krise: Walter Services streicht 500 Jobs

Der Hauptsitz von Walter Services in Ettlingen.

Der Hauptsitz von Walter Services in Ettlingen.© Walter Services

Der angeschlagene Call-Center-Betreiber Walter Services soll im Frühjahr saniert sein. Doch der Weg dahin ist hart: Nachdem im Herbst bereits 500 Mitarbeiter entlassen wurden, muss das Unternehmen jetzt weitere Arbeitsplätze abbauen.

Es ist die nächste schockierende Nachricht für die Mitarbeiter des angeschlagenen Call-Center-Betreibers Walter Services: Nachdem im Herbst bereits 500 der ursprünglich 6000 Arbeitsplätze abgebaut wurden, muss das Unternehmen zur Sanierung voraussichtlich weitere  500 Stellen streichen. Das teilte das Ettlinger Unternehmen am Donnerstag mit.

Beschlossen ist bereits das Aus für 55 Stellen in Emden. Weitere Jobs stehen in Ettlingen, Dresden, Halle, Suhl, Cottbus und Magdeburg auf der Kippe – je nach Ausgang der Verhandlungen mit einem großen Telekommunikationskunden. Geht alles nach Plan, soll der zweitgrößte deutsche Call-Center-Betreiber im Frühjahr saniert sein.

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Großaufträge fehlen

Wegen ausbleibender Großaufträge und Kostendruck hatte Walter Services Ende Juli ein Schutzschirmverfahren beantragt. Mit dieser Art des Insolvenzverfahrens wird das Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt, ohne die Geschäfte einem Insolvenzverwalter zu überlassen. Auf die Call Center von Walter Services greifen unter anderem große Telekommunikationsunternehmen, Banken, Pharma- oder Versandhändler zurück.

Nachdem die Gläubiger die Insolvenzpläne für zehn Gesellschaften der Gruppe angenommen haben, sei nun der Weg zur Sanierung des Unternehmens frei, erklärte Walter Services. Formell rechtskräftig werden die Insolvenzpläne nach Bestätigung des Amtsgerichts Karlsruhe, mit der in Kürze gerechnet wird. Sanierungsgeschäftsführer Jan Markus Plathner ist zuversichtlich, dass die Insolvenzverfahren von zehn der 19 Gesellschaften Ende Dezember aufgehoben werden. Die Verhandlungen mit den restlichen Gesellschaften sollen im Frühjahr abgeschlossen werden.

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