Unternehmen Centrotherm dämmt Verluste ein

Centrotherm hat den Einbruch der Solarindustrie überlebt. Nach dem Insolvenzverfahren füllen sich die Auftragsbücher wieder. Doch die Ergebnisprognose für die kommenden Jahre nahm der Vorstand erst kürzlich vorsorglich zurück.

Der Anlagenbauer Centrotherm hat während seines Insolvenzverfahrens die Verluste eingedämmt, leidet aber weiterhin unter der Flaute am Solarmarkt. Nach wie vor sei die Entwicklung des Konzerns wesentlich von einer Erholung des Photovoltaik-Geschäfts abhängig, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht.

Centrotherm baut unter anderem Anlagen für die Solarindustrie und war nach dem Einbruch am Solarmarkt 2012 in die Insolvenz gerutscht. Ende Mai hob das Amtsgericht Ulm das Insolvenzverfahren auf. In den nun veröffentlichten Zahlen für die Jahre 2012 und 2013 zeigt sich der Rückgang deutlich: Während des Insolvenzverfahrens vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. Mai 2013 ging der Umsatz auf 69,2 Millionen Euro zurück – nach 149,2 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2012.

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Die Verluste konnte Centrotherm aber dank der laufenden Umstrukturierung begrenzen. Im Berichtszeitraum 2013 fiel das Minus mit 77,4 Millionen Euro unterm Strich geringer aus in den ersten neun Monaten 2012. Damals hatte Centrotherm unter anderem wegen hoher Abschreibungen auf Firmenwerte und zum Teil nicht realisierte Entwicklungsprojekte noch 372,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Während des Insolvenzverfahrens hatte sich das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Blaubeuren von Tochterfirmen getrennt, davor waren bereits mehrere hundert Mitarbeiter entlassen worden.

Anhängig von einer Wiederbelebung des Photovoltaik-Geschäfts

Künftig will Centrotherm sich ein zweites Standbein im Geschäft mit Halbleitern aufbauen, „um besser für Marktschwankungen in der Photovoltaik-Industrie gerüstet zu sein“, wie der Vorstand in einem Brief an die Aktionäre schreibt.

Vorerst bleibt der Konzern aber abhängig von einer Wiederbelebung des Photovoltaik-Geschäfts. Der Auftragsbestand zog zwischen dem 1. Oktober 2012 und 31. Mai 2013 auf 306 Millionen Euro an. Allerdings ging der Wert der neuen Aufträge während des Insolvenzverfahrens auf 163 Millionen Euro zurück. Sollte sich eine spürbare Erholung einstellen, sei man zuversichtlich, dass eine positive Ergebnisentwicklung in den nächsten zwei Jahren möglich ist. Centrotherm wird für 2013 noch über ein drittes Rumpfgeschäftsjahr berichten, bevor man 2014 in den normalen Berichtszeitraum übergeht.

Die Finanzlage hat sich nach dem Insolvenzverfahren gebessert. Im Oktober verfügte Centrotherm über liquide Mittel von 110 Millionen Euro. Im August hatte der Konzern sich von einem großen Teil seiner Schulden befreit und 70 Prozent der Forderungen in Aktien einer Verwaltungsgesellschaft namens Sol Futura umgewandelt. Die restlichen 30 Prozent der Schulden sind bis Ende 2015 gestundet.

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