Unternehmen Chef von Rotkäppchen-Mumm wechselt in den Beirat

Er machte die Sektkellerei Rotkäppchen nach der Wende gemeinsam mit Harald Eckes-Chantré zu einem Markenimperium. Nun wechselt Gunter Heise in den Beirat. Fast jede zweite Sektflasche in kam 2012 aus der Kellerei Rotkäppchen-Mumm.

Die Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm will verstärkt ausländische Märkte erobern. Das Wachstum in Deutschland sei überschaubar. Der Kurs, auf internationalen Märkten Fuß zu fassen, werde 2013 fortgesetzt, sagte Vorstandschef Gunter Heise am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Leipzig. „Wir wissen, dass man dort nicht auf uns wartet, aber wir setzen das behutsame Erschließen neue Märkte fort“.

Im Blick hat Rotkäppchen-Mumm, nach eigenen Angaben Marktführer auf dem deutschen Sektmarkt, etwa China, Russland und Kanada. Bereits vertreten ist die Kellerei in Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Bisher verkauft Rotkäppchen-Mumm nur etwa 1 Million Flaschen ins Ausland. Insgesamt setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 240,4 Millionen Flaschen Sekt, Wein und Spirituosen ab. Das ist im Jahresvergleich ein Plus von 2,4 Prozent. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 855,6 Millionen. Zum Gewinn macht Rotkäppchen-Mumm keine Angaben.

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„Wir hatten insgesamt ein gutes Jahr, aber getragen vom Sekt“, sagte Heise. Rotkäppchen-Mumm hat 2012 den Absatz bei Sekt erneut deutlich gesteigert. Mit 177 Millionen Flaschen stieg er 2012 im Jahresvergleich um 4,4 Prozent. Mit 19,8 Millionen verkauften Flaschen Wein stagnierte die Entwicklung. Bei Spirituosen verbuchte Rotkäppchen-Mumm einen Rückgang von 4,7 Prozent auf 43,6 Millionen Flaschen. Handelsmarken und Billigprodukte machten den etablierten Marken zu schaffen, sagte Heise.

Auf dem deutschen Sektmarkt baute Rotkäppchen-Mumm nach eigenen Angaben seine Marktführerschaft von 47,8 Prozent auf 49,1 Prozent aus. Wettbewerber sind hauptsächlich Henkell und Schloss Wachenheim. In Deutschland wurden laut Heise insgesamt 313 Millionen Flaschen Sekt verkauft (2011: 315). Am Gesamtmarkt haben die deutschen Sekte einen Anteil von knapp 82 Prozent. Der pro-Kopf-Verbrauch ist seit Jahren mit 3,9 Litern nahezu konstant. Im Trend liegen Rosé und alkoholfreier Sekt. Wie der gesamten Branche machen auch Rotkäppchen-Mumm steigende Preise für Energie und Rohstoffe zu schaffen.

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien produzieren in Hochheim am Main und Eltville am Rhein (Hessen) die Sektmarken Mumm, Jules Mumm und MM Extra. Aus Breisach am Rhein (Baden-Württemberg) kommt die Edelmarke Geldermann. Im thüringischen Nordhausen werden die Spirituosen hergestellt. Am Hauptsitz im sachsen-anhaltischen Freyburg wird Rotkäppchen-Sekt produziert.

Für Vorstandschef Gunter Heise war dies der letzte größere öffentliche Auftritt. Der Manager zieht sich zurück und wechselt in den Beirat des Unternehmens.

Die kleine ostdeutsche Sektkellerei Rotkäppchen hat sich mit der Übernahme der Marken Mumm, Jules Mumm und MM Extra an die Spitze des deutschen Sektmarktes vorgearbeitet.
2001 hatte Rotkäppchen die hessischen Produktionsstandorte Eltville und Hochheim übernommen. Wenig später folgten der Premium-Sekt Geldermann in Breisach (Baden-Württemberg) und der Zukauf der Spirituosenproduktion in Nordhausen (Thüringen).

Die rote Stanniol-Kappe ist das Markenzeichen des Sektes aus Freyburg, daher der Name Rotkäppchen. Zu DDR-Zeiten war Rotkäppchen-Sekt Bückware, die unter dem Ladentisch blieb und die nur bekam, wer Beziehugen hatte.

Nach der Wiedervereinigung kam die Beinahe-Pleite. Leitende Mitarbeiter kauften die Rotkäppchen-Sektkellerei von der damaligen Treuhand. Der Getränkespezialist Harald Eckes und zwei seiner Töchter wurden Mitgesellschafter. Die Gruppe firmiert heute als Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH. Neben Sekt und Spirituosen produziert Rotkäppchen unter dem eigenen Label mehrere Weinsorten und hat zudem die Marke Blanchet zugekauft.

– Gesamtabsatz 2012: 240,4 Millionen Flaschen
– davon 177 Millionen Flaschen Sekt, 43,6 Millionen Flaschen Spirituosen, 19,8 Millionen Flaschen Wein

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