Unternehmen China lockt mit Millionen für den Mittelstand

Die deutsche Beratungsfirma CDC verhilft Mittelständlern zur Expansion nach China. Ihr Angebot: Know-How des lokalen Marktes und wichtige Verbindungen bis nach Peking. Auch gegen drohende Plagiate durch Billigfirmen hat CDC ein Rezept.

Peter Yip hat einen klaren Auftrag aus Peking: Der Chef der IT- und Beratungsfirma CDC soll kleinen und mittelgroßen Firmen aus Deutschland und Europa den Aufbau von Werken in China schmackhaft machen. „China ist ein riesiger Markt, aber gerade kleinere Firmen haben oft Angst, den Schritt in die Volksrepublik zu wagen“, sagte Yip in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der Manager lockt deutsche Mittelständler deshalb mit Millionen-Zuschüssen und der Zusage, kulturelle und bürokratische Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

„Wer in China erfolgreich sein will, muss mit der Regierung zusammenarbeiten – und dabei können wir helfen“, sagte Yip. Ihm schwebt vor, dass High-Tech-Firmen Gemeinschaftsunternehmen in China gründen, an denen die Regierung der Provinz beteiligt ist, in der die Fabrik gebaut wird. Die Stadt Foshan im Süden Chinas hat dafür einen Fonds mit 600 Mio. Yuan (rund 65 Mio. Euro) aufgelegt, die Stadt Fujian weiter östlich 1,2 Mrd. Yuan (rund 130 Mio. Euro).

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Mit dem Geld will die Führung in Peking ihren Plan vorantreiben, in einigen Regionen nationale Zentren für bestimmte Industrien aufzubauen. In Fujian sollen sich vor allem Unternehmen aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie niederlassen, in Foshan High-Tech-Firmen unter anderem aus den Bereichen Medizintechnik und erneuerbare Energien. Besonders der Fonds in Foshan sei somit für viele deutsche Mittelständler interessant, sagte der deutsche CDC-Chef Thomas Zanzinger. „Wir sind gerade dabei, geeignete Kandidaten zu ermitteln.“

Geistige Eigentum muss geschützt werden

Dass die chinesische Regierung Yip die Fahndung nach Partnern in Europa überlässt, liegt vor allem an dessen langjähriger Erfahrung im Ausland. Der Manager hat in Amerika studiert und CDC 1999 als eine der ersten chinesischen Firmen an die US-Technologiebörse Nasdaq gebracht. Zudem hat Yip als Mitglied verschiedener Investmentfirmen seit Jahrzehnten Unternehmen in aller Welt übernommen und anschließend oft Teile der Produktion ins Reich der Mitte verlagert.

„Dabei hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, den chinesischen Markt zu kennen, Kontakte zur Regierung zu haben und qualifizierte Mitarbeiter zu finden“, sagte Yip. Nach dem Aufbau von Werken in China will er den deutschen Mittelständlern auch helfen, den Absatz in dem Riesenreich anzukurbeln. Von großer Bedeutung sei zudem, das geistige Eigentum von High-Tech-Firmen zu schützen. „Dass Produkte von Billiganbietern kopiert werden, lässt sich nie ganz ausschließen, aber das Risiko lässt sich minimieren“, sagte Yip. Denkbar sei etwa, kleine, aber wichtige Teile der Produktion in Deutschland zu belassen, so dass der Nachbau ganzer Produkte unmöglich ist.

CDC, an dem der chinesische Staat lediglich mit sieben Prozent beteiligt ist, erhalte von den Provinz-Regierungen eine einmalige Vermittlungsgebühr und werde anschließend für die Beratung entlohnt, sagte Yip. Dabei handele es sich aber um einen Auftrag auf Zeit, betonte der Manager. „Wenn die Partnerschaften nicht erfolgreich sind, fliegen wir raus.“

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