Unternehmen China verhängt Strafzölle gegen Solarsilizium aus den USA

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.© Fotolia

Neues Kapitel im Solarstreit: Die Regierung in Peking wirft Herstellern von Solarsilizium in den USA und Südkorea Dumping vor und verhängt Strafzölle. Die Maßnahme ist allerdings umstritten: Produzenten von Solarpanelen in China fürchten höhere Kosten.

China verhängt vorläufige Strafzölle gegen Importe von Solarsilizium aus den USA und Südkorea. Ab kommenden Mittwoch (24. Juli) werden kräftige Aufschläge auf Einfuhren von Polysilizium der Solarqualität fällig, kündigte Chinas Handelsministerium am Donnerstag in Peking an. Die Substanz wird für die Produktion von Solarzellen genutzt.

Einfuhren aus den USA sollen mit vorläufigen Aufschlägen zwischen rund 53 bis 57 Prozent belegt werden. Für die Importe aus Südkorea fallen zwischen etwa 2 und 49 Prozent an. Das Ministerium wirft Herstellern aus beiden Ländern vor, ihre Produkte unter den Herstellungskosten zu verkaufen.

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Hersteller von Solarpanelen warnen vor Strafzöllen

Chinas Silizium-Industrie steckt in einer Krise. Nach einer aktuellen Studie des chinesischen Branchenverbandes China Silicon Industry haben 90 Prozent der Polysilizium-Hersteller ihre Produktion eingestellt. Lediglich fünf Firmen produzierten im Mai noch. Dafür machte der Verband Dumping von ausländischen Unternehmen verantwortlich.

Hersteller von Solarpanelen in China hatten dagegen vor Strafzöllen auf Polysilizium gewarnt. Produzent Yingli Green hatte argumentiert, dadurch würden die Herstellungskosten in die Höhe getrieben.

Brüssel und China verhandeln weiter über Lösung

Bisher waren es hauptsächlich Produzenten aus den USA und Europa, die über die Billigkonkurrenz aus China klagten. Vergangenes Jahr verhängte das US-Handelsministerium Strafzölle gegen Solarimporte aus China von bis zu 250 Prozent.

Brüssel verhängte Anfang Juni temporäre Strafzölle von durchschnittlich 11,8 Prozent auf Solarmodule und deren Komponenten. Noch wird über eine Lösung verhandelt. Gibt es keine Einigung, steigt der Aufschlag am 6. August auf 47,6 Prozent.

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