Unternehmen Chinesen sollen WMF zu Wachstumsschub verhelfen

Der schwäbische Konzern WMF will sich stärker auf den asiatischen und amerikanischen Markt konzentrieren - dort sieht der Küchengeräte-Spezialist großes Potenzial. Gestärkt sieht sich WMF bei der Internationalisierung mit dem neuen Mehrheitseigner aus den USA.

Der schwäbische Küchengeräte-Experte WMF richtet seinen Blick zunehmend auf den asiatischen Markt. „Mittelfristig werden wir ganz sicher mehr Umsatz international als im Inland erwirtschaften“, sagte Vorstandschef Thomas Klapproth am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz des 160 Jahre alten Konzern erneut mindestens um fünf Prozent wachsen – vor allem im Ausland.

Noch 2003 habe der Auslandsanteil bei deutlich unter 40 Prozent gelegen – 2012 waren es 48,2 Prozent, zukünftig werde er deutlich mehr als 50 Prozent betragen. Bislang stammt ein Großteil der Auslandsumsätze aus Europa. Dort verlaufe die Wachstumskurve eher flach, in Asien seien dagegen längst nicht alle Potenziale gehoben. „Immer mehr wohlhabende Chinesen kaufen deutsche Produkte, und da stehen unsere Marken ganz oben auf der Wunschliste“, so Klapproth im aktuellen Geschäftsbericht.

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Vor allem das Geschäft mit professionellen Kaffeemaschinen für Gastronomie und Büros komme international gut an. „Der weltweite Trend hin zu mehr Kaffee hilft uns hier natürlich in den Wachstumsmärkten in Asien“, sagte Klapproth, der Ende Mai WMF verlässt. Wichtige Kunden im Ausland seien große Tankstellenketten und Schnellrestaurants.

In die Strategie passt der Wechsel an der Spitze des Unternehmens. Nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR übergibt Klapproth voraussichtlich an den bisherigen Beiersdorf-Vorstand Peter Feld. Nach Wunsch des Aufsichtsrates soll Feld zum 1. August die Geschicke des Unternehmens leiten. Der 48-jährige Maschinenbauingenieur ist in Hamburg bislang für die Regionen Europa und Nordamerika zuständig.

2012 knackten die Geislinger die Umsatzmilliarde und erzielten damit einen Rekord im siebten Jahr infolge. Der Umsatz lag bei 1,027 Milliarden Euro. Der Gewinn war mit 44,8 Millionen Euro leicht höher als im Vorjahr (2011: 44,4 Millionen Euro).

Trotz der Internationalisierung will WMF an der Sicherung der Position im deutschen Kernmarkt festhalten. Das Geschäft mit den Kaffeemaschinen ist der zentrale Wachstumstreiber von WMF geworden – 2012 stieg der Umsatz um 12 Prozent auf 321 Millionen Euro. Probleme bereitet weiterhin die Sparte Elektrokleingeräte, in der WMF neben der eigenen Marke auch Geräte mit der sogenannten B-Marken petra und Princess vertreibt. Von den letzteren will sich WMF vielleicht sogar trennen. „Wir prüfen aktuell mehrere strategische Optionen“, sagte Klapproth. Es gebe Gespräche mit potenziellen Käufern.

WMF will für 2012 seine Dividende von 1,40 Euro auf 1,00 Euro je reduzieren – die Ausschüttung würde dann insgesamt bei 14 Millionen Euro liegen. Mit diesem Schritt will WMF seine eigene Finanzierungskraft verbessern, um den angestrebten Ausbau internationaler Geschäfte noch stärker zu unterstützen. Für den Konzern arbeiteten Ende 2012 weltweit gut 6000 Mitarbeiter.

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