Unternehmen Club-of-Rome-Präsident lehnt übereilten Atomausstieg ab

In den nächsten fünf Jahren sei ein Atomausstieg kaum zu wuppen, glaubt Eberhard von Koerber. Wer das behaupte, "führt die Öffentlichkeit in die Irre". Im impulse-Interview zeigt er sich verwundert über den Schwenk von CDU und FDP. Für ihn ist das der "Fukushima-Effekt".

Der Präsident des Club of Rome, Eberhard von Koerber, befürwortet zwar einen Atomausstieg „mit Augenmaß“, lehnt aber „einen übereilten Ausstieg“ ab. Im impulse-Interview sagte von Koerber: „Am Ende müssten wir wieder auf fossile Kraftwerke ausweichen oder Atomstrom aus Frankreich importieren.“ Das könne passieren, wenn man jetzt Panikentscheidungen treffe. „Wer sagt, das gehe bereits in fünf Jahren, führt die Öffentlichkeit in die Irre“, ergänzte der Club of Rome-Präsident gegenüber impulse. Eine Abschaltung der AKWs in Deutschland innerhalb von zehn Jahren ginge in die richtige Richtung. Dann könnten Stromerzeuger und Netzbetreiber das gestalten.

Erstaunt zeigte sich von Koerber über „die Dringlichkeit, mit der das Thema nun behandelt wird“. Das sei neu, vor allem, da „es schon bisher klar war, dass die heutigen Kernreaktoren nur eine Übergangslösung sein können“. Dass die CDU und FDP jetzt bei diesem Thema einschwenken, wertete er als „Fukushima-Effekt“. Nur in wenigen Ländern sei die Reaktion auf Fukushima „so hektisch wie in Deutschland. Es ist eine überzogene Panik entstanden“.

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Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 06/2011, die an diesem Donnerstag, dem 26. Mai, erscheint.

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