Unternehmen Comeback eines Klassikers

Die Zentrale der Bausparkasse Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg.

Die Zentrale der Bausparkasse Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg.© Bausparkasse Schwäbisch Hall

Lange Zeit war Bausparen bei jungen Leuten als spießige Geldanlage verpönt. Doch das hat sich gründlich geändert. Davon profitiert auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall und verbucht 2012 neue Rekordzahlen. Künftig dürfte das Geschäft aber schwieriger werden.

Deutschlands größte Bausparkasse Schwäbisch Hall hat trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase das beste Neugeschäft ihrer Unternehmensgeschichte verbucht. Das Bausparvolumen stieg im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent auf 32,8 Milliarden Euro – ein neuer Höchstwert, wie die Bausparkasse am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Ursprünglich hatte der Branchenprimus die 30-Milliarden-Euro-Marke angepeilt.

Gründe für den Rekord sind den Angaben zufolge neue Tarife für junge Leute sowie der Wunsch nach Sicherheit in Krisenzeiten. Die Schwäbisch Hall hat demnach mittlerweile zehn Millionen Kunden, davon mehr als sieben Millionen in Deutschland. Auch in der Baufinanzierung stand mit einem Volumen von 12 Milliarden Euro (plus 7,2 Prozent) ein neuer Rekord. Die Summe habe sich damit innerhalb der vergangenen zehn Jahre nahezu verdoppelt, wie der Vorstandsvorsitzende Matthias Metz sagte.

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Zuvor hatte Deutschlands zweitgrößte Bausparkasse Wüstenrot für 2012 einen neuen Rekord im eingelösten Neugeschäft – also Verträgen mit voll eingezahlter Abschlussgebühr – mitgeteilt. Bei den Krediten für die Baufinanzierung gab es jedoch ein spürbares Minus. Die Branche kämpft derzeit mit der Niedrigzinsphase, mit der die Europäische Zentralbank gegen die Staatsschuldenkrise vorgeht. Mit niedrigen Zinsen können sich Verbraucher das Eigenheim auch ohne Bausparen günstig finanzieren.

Für das laufende Jahr plant die Schwäbisch Hall entsprechend vorsichtig. Ob 2013 weiteres Wachstum möglich sei, lasse er zunächst offen, sagte Metz. Im Bausparneugeschäft soll das Ergebnis ihm zufolge aber wieder über der Schwelle von 30 Milliarden Euro liegen.

Weitere Zuwächse erhofft sich die Bausparkasse künftig auch aus dem Ausland. Derzeit kommt knapp ein Drittel der Kunden aus einer Beteiligungsgesellschaft im Ausland. Künftig will die Schwäbisch Hall ihre Bausparverträge auch in Russland und in den Niederlanden anbieten. Metz zufolge sind auch Chile und Vietnam interessant.

Konkrete Termine gebe es jedoch noch nicht. Deutschlands größte Bausparkasse beschäftigte Ende 2012 insgesamt 7200 Menschen – 90 mehr als noch zum Jahresbeginn. Im laufenden Jahr sollen am Standort Schwäbisch Hall 100 weitere Stellen hinzukommen.

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