Unternehmen Lichtblick bei der Commerzbank lässt Börse jubeln

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt© Commerzbank AG

Commerzbank-Aktionäre hatten zuletzt wenig Grund zur Freude. Doch im zweiten Quartal gelingt der deutschen Nummer zwei die Überraschung: Sie verdient mehr als erwartet. Die Börse jubelt.

Die Commerzbank hat sich im zweiten Quartal zurück in die schwarzen Zahlen gekämpft. Nach einem Verlust von 94 Millionen Euro zu Jahresbeginn erwirtschaftete die deutsche Nummer zwei nun einen Überschuss von 43 Millionen Euro, wie die Bank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Die Börse reagierte begeistert: Die Aktie war mit einem Plus von knapp 10 Prozent im Handelsverlauf größter Gewinner im Dax.

Im Vorjahreszeitraum hatte die Commerzbank unter dem Strich allerdings noch 270 Millionen Euro verdient. Das schwache Zinsumfeld und eine gestiegene Vorsorge für faule Kredite machten dem teilverstaatlichten Institut zu schaffen. Zudem belasteten die Kosten für den Konzernumbau das Ergebnis. Weltweit sollen rund 5200 der gut 54 000 Stellen gestrichen werden.

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Wegen des Umbaus hat die Commerzbank 2013 zum Übergangsjahr erklärt. „Wir nehmen in Kauf, dass einzelne Maßnahmen mit einmaligem Restrukturierungsaufwand oder höherer Risikovorsorge verbunden sind“, erklärte Vorstandschef Martin Blessing. „Damit schaffen wir die Basis, um die Profitabilität der Bank künftig weiter zu verbessern.“

Neue Filialmodelle geplant

Die neue Strategie, die vor allem im Privatkundengeschäft ansetzt, soll sich von 2014 an auch im Ergebnis widerspiegeln. Die Commerzbank plant neue Filialmodelle und will dabei auch die Kosten senken. Im ersten Quartal hatte die Bank dafür rund 500 Millionen Euro Rückstellungen gebildet. Auch im Vorstand und der darunter liegenden Führungsebene setzt das Institut den Rotstift an.

Die Zahl der Vorstandsmitglieder soll „in absehbarer Zeit“ von neun auf sieben sinken, hatte der Aufsichtsrat am Mittwoch beschlossen. Konkrete Personalentscheidungen wurden allerdings verschoben. Zuletzt war spekuliert worden, dass die beiden für die konzerneigene Abwicklungssparte zuständigen Manager Jochen Klösges und Ulrich Sieber gehen müssen. Gegen diesen Plan hatte es aber schon vor der Sitzung des Kontrollgremiums Widerstand gegeben.

Hoffnung macht der Bank, dass der Umbau des Privatkundengeschäfts erste Früchte trägt. So steigerte das Institut im ersten Halbjahr seine Kundenzahl netto um rund 100 000.

Gewinn im Investmentbanking mehr als verfünffacht

Zur besten Sparte des Geldhauses entwickelte sich im zweiten Quartal das Investmentbanking. Es konnte seinen operativen Gewinn auf 253 Millionen Euro mehr als verfünffachen. Dabei profitierte die Commerzbank von der guten Stimmung an den Kapitalmärkten. Dagegen musste das Institut in der erfolgsverwöhnten Mittelstandsbank Federn lassen. Wegen der schwächelnde Konjunktur musste die Bank die Vorsorge für faule Kredite erhöhen, das Ergebnis sank um 44 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Einen höheren Verlust als vor einem Jahr verbuchte die Commerzbank in ihrer Abbausparte. In dieser konzerneigenen „Bad Bank“ hat sie jene problematischen Geschäfte gebündelt, die sich loswerden möchte.

An den vorsichtigen Prognosen für das Jahr hielt die Bank fest. Finanzvorstand Stephan Engels warnte, dass die Erträge in diesem Jahr angesichts des schwachen Zinsumfelds und wegen des Abbaus von Randaktivitäten unter Druck bleiben werden.

Im Mai hatte sich die Bank mit einer 2,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung ein weiteres Stück vom Einfluss des Staates freigekauft. Der Bund kontrolliert nun nur noch 17 Prozent der Aktien, zuvor hatte er noch eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie.

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