Unternehmen Commerzbank verkleinert Vorstand

Die Skyline des Bankenviertels in Frankfurt am Main.

Die Skyline des Bankenviertels in Frankfurt am Main.© Commerzbank AG

Die Commerzbank schrumpft ihren Vorstand. Nach monatelangem Streit verlassen zwei Vorstände das Institut. Die Führungsspitze will demonstrieren, dass sie auch bei sich spart - zu einem hohen Preis.

Nach monatelangem Gezerre trennt sich die Commerzbank von zwei Vorständen. Die für die konzerneigene Abbausparte zuständigen Manager Jochen Klösges und Ulrich Sieber verlassen das Institut zum 31. Dezember 2013, wie die Commerzbank am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Der Vorstand schrumpft damit von neun auf sieben Mitglieder – ein Signal, dass Schrumpfkurs und Sparprogramm auch die Konzernspitze nicht ausnehmen.

Klösges geht den Angaben zufolge freiwillig. Der 49-Jährige übernehme im Laufe des kommenden Jahres den Chefposten der Beteiligungsgesellschaft E.R. Capital des Unternehmers Erck Rickmers. Den Vertrag von Sieber (47), der zugleich Personalchef war, beendet die Commerzbank Ende Dezember. Zur Höhe der Abfindung – ein Knackpunkt in dem monatelangen Streit um die Abberufung der beiden Vorstände – machte die Bank zunächst keine Angaben.

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Mitte Oktober war die Abberufung der beiden Manager gescheitert, weil im Aufsichtsrat nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zustande kam. Widerstand kam vor allem von den Vertretern der Arbeitnehmer in dem Kontrollgremium. Umstritten ist, ob die von der Bank ursprünglich angeführten „betrieblichen Notwendigkeiten“ als Grund für die Abberufung ausreichen. Zudem sperrte sich der Bund als Großaktionär der seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Bank vor allem im Wahlkampf lange gegen Millionen-Abfindungen für die Manager.

Teure Abfindung: Sieber stehen zwei Jahresgehälter zu

Sieber stehen nun nach den Regularien der Bank zwei Jahresgehälter zu. Er kassierte im vergangenen Jahr wie Klösges gut 1,2 Millionen Euro. Allerdings forderten die beiden Manager lange Zeit mehr Geld für eine vorzeitige Auflösung ihrer bis Mai 2017 laufenden Verträge. Denn eigentlich können die beiden Manager nur aus „wichtigem Grund“ abberufen werden, etwa einer Pflichtverletzung. Das aber wird Klösges und Sieber nicht vorgeworfen.

Klösges selbst befreite das Institut nun aus der misslichen Lage und wechselt im April zu seinem neuen Arbeitgeber nach Hamburg. Im ersten Quartal 2014 erhält Klösges dem Vernehmen nach als Übergangsgeld weiter seine monatlichen Bezüge.

Die Aufgaben der konzerneigenen Abbausparte werden im verbleibenden Vorstand verteilt. Der Chef der Investmentbank, Michael Reuther, übernimmt den Bereich Staatsanleihen. Mittelstandschef Markus Beumer kümmert sich künftig zusätzlich um die Abwicklung der Gewerbeimmobilienkredite und der Schiffsfinanzierung. Wer künftig die Personalverantwortung übernehmen wird, soll in den nächsten Wochen in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern entschieden werden.

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