Unternehmen Conergy meldet Insolvenz an

In Frankfurt an der Oder produziert Conergy Solarmodule.

In Frankfurt an der Oder produziert Conergy Solarmodule. © Conergy

Der einstige Börsenstar Conergy muss Insolvenz anmelden. Große Zahlungen verzögern sich und die Banken haben das Zukunftskonzept des Vorstandes abgelehnt. Nun beginnt die Suche nach einem Investor, der das Geschäft weiterführen will.

Das Solarunternehmen Conergy ist zahlungsunfähig. Der einstige Börsenstar, der rund 1200 Mitarbeiter beschäftigt, stellte am Freitag beim Hamburger Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Grund sei aktuell eine unerwartete Zahlungsverzögerung aus einem Großprojekt, teilte das Unternehmen mit. Zudem hätten sich die kreditgebenden Banken trotz monatelanger Verhandlungen nicht auf ein vom Vorstand vorgelegtes Zukunftskonzept verständigen können, das den Einstieg eines neuen Investors vorsah. Damit sei die positive Fortführungsprognose entfallen.

Conergy kämpfte seit Jahren ums Überleben. Auch eine für die Aktionäre schmerzhafte Umschuldung im Jahr 2011 brachte nicht die erhoffte Wende. Zuletzt machte die schwere Branchenkrise die erhoffte Erholung zunichte. Das Unternehmen hofft, dass nun im Insolvenzverfahren ein Investor gefunden wird, der den Geschäftsbetrieb weiterführt. Betroffen von der Insolvenz des Konzerns sind alle wichtigen deutschen Tochtergesellschaften. Dazu gehört auch die Modulfertigung in Frankfurt an der Oder.

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Die Aktien des Solarunternehmens sind nach der Vermeldung der Insolvenz am Freitag um zeitweise 68 Prozent eingebrochen. Im Herbst 2007 notierte die Conergy-Aktie noch bei mehr als 200 Euro, am Freitag lag der Kurs bei 12 Cent. Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zählt die im TecDax notierte Gesellschaft zu den größten Kapitalvernichtern der letzten Jahre. So sank die Marktkapitalisierung von 1,16  Milliarden Euro Ende 2007 auf 209 Millionen Euro Ende 2012 und zuletzt ging es weiter abwärts.

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