Unternehmen Paketlieferung zum Wunschtermin: DHL krempelt Zustellung um

Transportfahrzeuge von DHL

Transportfahrzeuge von DHL© DHL

Für Verbraucher wird die Paket-Zustellung künftig noch bequemer. Die Post-Tochter DHL will den Empfängen den Liefertermin vorab mitteilen und setzt die Konkurrenten unter Druck. Aber auch die planen eine Verbesserung des Zustellservices - oder haben sie schon eingeführt.

Das Paketgeschäft in Deutschland boomt – die Shopping Tour der Verbraucher im Internet macht’s möglich. Wer sich vom wachsenden Kuchen der Zustellungsdienste ein größeres Stück herausschneiden möchte, muss sich von der Konkurrenz abheben. Der Marktführer Deutsche Post DHL will ab diesem Freitag die Zustellung für die Kunden einfacher und bequemer machen. Paketlieferung zum Wunschtermin, heißt das Schlüsselwort. Wie ein Konzernsprecher der Post am Mittwoch sagte, sollen die Kunden einen Tag vorab per Email über das Eintreffen der Warensendung informiert werden.

Ziel sei es, das Paket an dem Tag innerhalb eines Zeitfensters von vier Stunden zuzustellen, betonte der Sprecher. Damit würde der Service des Unternehmens gegenüber der reinen Nachverfolgung der Paketsendung über das Internet noch einmal verbessert. Darüber hinaus sollen Kunden der Post, die bei paket.de registriert sind, sogar einen Wunschtermin angeben können. Danach können sie den von der DHL genannten Liefertermin bis zu vier Tage verschieben.

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Auch wenn die Posttochter, mit rund 41 Prozent Marktführer im deutschen Paketgeschäft, die erweiterten Zustelldienste als Neuerung feiert, schläft die Konkurrenz keinesfalls. Ganz so innovativ sind die Pläne der Bonner nämlich nicht. Die Hamburger GLS-Gruppe hatte schon im Herbst vergangenen Jahres seine Zustelldienste mit dem sogenannten FlexDelivery-Service verbessert. Die Zustellung funktioniert hier ähnlich wie die DHL es jetzt zu tun beabsichtigt. Privatempfängern werden mehrere Zustelloptionen angeboten. Kommuniziert wird über Email oder SMS.

Andere bieten den Service schon länger

„Die Menschen werden immer mobiler“, erklärte damals GLS-Direktor Klaus Conrad bei der Einführung der zusätzlichen Dienstleistungen. Die Logistikbranche müsse sich darauf einstellen. Eine flexible Zustellung von Warensendungen bietet auch der Paketdienstleister DPD. Nach Wunsch können die Kunden hier den Anlieferungstermin mit der sogenannten FlexZustellung auswählen. Das Ziel der Logistiker ist klar: Kundenzufriedenheit und Lieferquote sollen verbessert und mehrmalige Zustellversuche vermieden werden.

Hermes plant ebenfalls, seinen Kunden präzise Liefertermine zu nennen. Nach Angaben einer Sprecherin laufen derzeit noch Testversuche, die Zustellung zu optimieren und die Zeitfenster der Anlieferung genauer festzulegen. „Wir wollen 2014 bundesweit mit einer Serviceinitiative die Zustellung beschleunigen“, betont sie. Neben der Anlieferung an den Wohnort sollen Hermes-Kunden auf Wunsch künftig auch am Arbeitsplatz oder Urlaubsort Pakete erhalten können.

Ein Blick auf den deutschen Paketmarkt zeigt, warum die führenden Paketdienstleister so hart um die Gunst der Kunden werben. Die Branche gehört mit einem Umsatz von 11,2 Milliarden Euro (2011) wegen des anhaltenden Trends der Verbraucher zum Onlineshopping zu den Wachstumsbranchen in Deutschland. Einschließlich Kurier- und Expressdienste sind es 16,7 Milliarden Euro. Nach Angaben des Bundesverbandes International Express und Kurierdienste legte der Paketversand in Deutschland 2012 um fünf Prozent zu. Und ein Ende ist nicht in Sicht. In diesem Jahr rechnet der Versandhandel beim E-Commerce mit einem kräftigen Schub von 21 Prozent.

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