Unternehmen Der Milliardenmarkt Heimtier kennt keine Krise

Screenshot von schecker.de. Der Webshop ist auf die Ausstattung von Hunden spezialisiert. Konkurrent zooplus.de hat sein Sortiment auch auf Kleintierbedarf ausgeweitet.

Screenshot von schecker.de. Der Webshop ist auf die Ausstattung von Hunden spezialisiert. Konkurrent zooplus.de hat sein Sortiment auch auf Kleintierbedarf ausgeweitet.

Das "besondere Geschmackserlebnisse" für die anspruchsvolle Katze oder handgefertigte Leckereien als Belohnung für eifrige Hunde. Für ihre Vierbeiner geben deutsche Verbraucher Milliarden aus. Ein anhaltender Luxustrend.

Ob edles Gebäck aus der Hundekeksmanufaktur oder eine mit Obst und Kräutern angerichtete Pastete aus „natürlichen und gesunden Zutaten“ für den Stubentiger – wenn es um den tierischen Liebling geht, ist Luxus in Deutschland gefragt wie nie. „Der Trend zu Premium hält an“, berichtet Antje Schreiber vom Zentralverband zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF).

In mehr als jedem dritten deutschen Haushalt (36 Prozent) lebt nach einer 2012 vorgelegten Studie mindestens ein Heimtier. Rund 31 Millionen Hunde, Katzen, Vögel und Kleintiere bevölkern nach ZZF-Verbandsberechnungen deutsche Wohnungen. Schwärme von Zierfischen sowie Reptilien in den mehr als drei Millionen Gartenteichen und Terrarien noch gar nicht mitgerechnet.

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Vier Milliarden Euro Gesamtmarkt

Der Gesamtmarkt rund ums Heimtier wird auf mehr als vier Milliarden Euro geschätzt. Mit großem Abstand wichtigste Einkaufsquelle sind Zoofachhandlungen, Supermärkte und Discounter, die ihren Umsatz im Jahr 2012 um 2,2 Prozent auf 3,867 Milliarden Euro steigern konnten. Hinzu kommt noch das Online-Geschäft. Nach einer positiven Entwicklung im vergangenen Jahr rechnet der Verband auch für 2014 mit einer Fortsetzung des Trends. Genaue Zahlen für 2013 sollen im Frühjahr vorgelegt werden.

Einer nahezu gleichbleibenden Anzahl von Haustieren standen dabei in den vergangenen Jahren ständig zunehmende Ausgaben gegenüber. „Es gibt eine steigende Bereitschaft, Geld auszugeben“, berichtet Expertin Schreiber. Zu regelrechten Umsatzrennern in den Läden mit Zuwachsraten von 8,1 Prozent (Katzen) und 7,0 Prozent (Hunde) haben sich derzeit etwa Snacks entwickelt.

Die Zusatz-Leckereien seien mittlerweile nahezu unverzichtbarer Bestandteil einer fachgerechten Hunde-Erziehung, berichtet Schreiber. Während die Hunde-Konkurrenz fürs Zusatzfutter kräftig schwitzen muss, kommen Katzen dagegen offenbar bereits mit einem Schnurren ans Ziel.

Neben dem je nach Zusammensetzung mehr oder weniger gesunden Snack können Tierliebhaber zum Spezialfutter greifen, um den Liebling mit Bio-Futter oder Rohkost zu verwöhnen. Ein Katzenfutter-Hersteller verspricht dabei etwa „besondere Geschmackserlebnisse“ für anspruchsvolle Vierbeiner.

Futter ohne Gentechnik, Geschmacksverstärker oder Konservierungs- oder Farbstoffe ist ebenso im Angebot wie Diätnahrung für die gute Figur. Dabei greifen Tierfreunde zunehmend zu kleinen Portionsdosen oder auch Beuteln. Wenn trotzdem zu viel im Futternapf landet, hilft ein kritischer Blick auf spezielle Heimtier-Gewichtstabellen. An guten Tipps herrscht kein Mangel.

Abwärtstrend bei Vögeln

Wer Wert auf Fitness oder einfach nur auf gutes Aussehen legt, kann in den mittlerweile umfangreichen Zubehörabteilungen der Fachhändler fündig werden. Unter Stichworten wie „Activity“ oder „Agility“ findet sich sportliches Zubehör vom handgefertigten „Apportel“ aus massiver Esche bis zum Welpen-Wackelbrett für den Nachwuchs. Für das trendige Aussehen sorgen modische Halsbänder und Hundegeschirre, die gern auch glitzern dürfen.

Im Gegensatz zu Hund und Katze müssen die Hersteller bei einigen anderen Heimtieren gegen einen Abwärtstrend kämpfen. „Wenn Vogel, dann Wellensittich“, beschreibt die Expertin die Lage am Gefieder-Markt. Große Vögel wie Papageien seien dagegen zunehmend weniger gefragt. Aquarien seien wieder im Kommen – auch wenn viele Liebhaber bei ihren kunstvollen Unterwasser-Landschaften mittlerweile lieber ganz auf tierisches Zubehör verzichteten.

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