Unternehmen Hymer plant radikalen Umbau

Caravanproduktion bei Hymer

Caravanproduktion bei Hymer© Hymer

Nach dem Tod des Gründers Erwin Hymer beginnt für den Wohnmobilbauer eine neue Ära. Geplant ist der größte Umbau der Firmengeschichte - mit ungewissem Ausgang.

Bei Europas größtem Wohnmobilhersteller Hymer bahnt sich ein radikaler Umbau an. Das Unternehmen soll verschmolzen werden mit der CMC Caravan, dem zweiten Wohnmobil-Konzern im Privatbesitz der Familie Hymer. Das berichtet impulse in seiner Juli-Ausgabe. Der vor einigen Wochen abgeschlossene Rückzug der Hymer AG von der Börse diente nach impulse-Recherchen auch dazu, eine tiefgreifende Restrukturierung des Konzerns zu ermöglichen.

Auf die Frage, wie schnell die Verschmelzung von CMC und Hymer umgesetzt werden solle, sagte der Hymer-Vorstandsvorsitzende Roel Nizet zu impulse: „Wir sind in einem reinen Familienunternehmen, da kann alles ganz schnell gehen.“ Der aus der Fusion hervorgehende Konzern käme auf mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz und würde mit rund 4000 Mitarbeitern neben Hymer-Fahrzeugen auch Marken wie Bürstner, Niesmann + Bischoff und Dethleffs produzieren.

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Teil der Strategie ist auch eine kritische Überprüfung von einzelnen Marken und Standorten. Zwar gäbe es noch keine Beschlüsse, wie ein Hymer-Sprecher betonte. Bei der Analyse jedoch gäbe es keine Tabus. Hymer-Chef Nizet sagte gegenüber impulse: „Wir behalten uns das Recht vor, uns eine Marke kritisch anzuschauen.“ Auf die Frage, ob alle Standorte erhalten bleiben, sagte Nizet: Ich bin kein Prophet, ich kann nur sagen, dass Hymer in der Vergangenheit mit zu hohen Kosten produziert hat.“ Selbst ein Festhalten am baden-württembergischen Bad Waldsee als Zentrum der Hymer-Gruppe ist offenbar nicht garantiert. „Für uns gibt es kein Stammwerk“, sagte Nizet zu impulse, „für uns gibt es nur gute und schlechte Werke.“

Hintergrund des geplanten Umbaus ist die Krise in der Wohnmobilbranche, ausgelöst vor allem durch Verkaufseinbrüche in Italien, Spanien und Frankreich. Auch der Umsatz der Hymer-AG brach im ersten Halbjahr 2012/13 um 13 Prozent ein. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, behält sich die Unternehmensführung drastische Schritte vor. „Wenn wir harte Entscheidungen treffen müssen, dann werden wir das tun“, sagte Nizet zu Impulse.

Am 11. April war der Unternehmensgründer Erwin Hymer im Alter von 82 Jahren in Bad Waldsee verstorben. Seine Frau Gerda sowie die Kinder Carolin (29) und Christian (27) sind nun, teils über Zwischenfirmen, alleinige Anteilshalter der Hymer AG und der CMC Caravan.

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