Unternehmen Billigimporte verdrängen Möbel deutscher Mittelständler

Die Umsätze der deutschen Möbelhersteller gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres zurück.

Die Umsätze der deutschen Möbelhersteller gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres zurück.© Christian Nitz - Fotolia.com

Billigimporte machen den deutschen Möbelherstellern das Leben schwer: Erstmals seit langem ging der Umsatz im ersten Halbjahr zurück. Ausgerechnet China sorgt jedoch für einen Lichtblick in der Branche.

Jahrelang durften sich Deutschlands Möbelhersteller über klingelnde Kassen freuen, doch nun trübt sich das Bild. Erstmals seit langem sinken die Umsätze wieder. Als Gründe dafür sieht die Branche vor allem Billigimporte und einen zunehmend härter werdenden Konkurrenzkampf unter den Möbelhändlern. „Der Handel setzt weiter auf Importware statt auf heimische Qualität und findet nicht den dringend notwendigen Ausstieg aus der Verramschungsschiene“, klagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie Elmar Duffner am Montag in Köln.

Opfer der Entwicklung sei die deutsche Möbelindustrie: „Der Möbelhandel ist auf besten Wege, die mittelständische Möbelindustrie immer weiter an den Rand zu drängen“, stellte Duffner fest. In mehr als 500 Betrieben der deutschen Möbelindustrie sind mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mehr als 86 000 Mitarbeiter beschäftigt.

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Als Gegenmittel im Kampf gegen ausländische Billigimporte dringen die deutschen Hersteller nun auf eine Auszeichnung der Produzentenländer. Neben dem Preis solle künftig auch bei Möbel beispielsweise der Hinweis „Made in Germany“ oder auch „Made in China“ stehen, forderte Duffner. Die Branche hoffe, dass das Europäische Parlament nun noch im Herbst die Weichen dafür stelle.

Jedes zweite Möbelstück stammt inzwischen aus dem Ausland

Mehr als jedes zweite Möbelstück in Deutschland stammt mittlerweile aus dem Ausland. Der Anteil liege bei mittlerweile „besorgniserregenden“ 58 Prozent, hieß es. Importiert werden Möbel vor allem aus Polen und China. Angesichts steigender Herstellungskosten in China seien vor allem im untersten Preissegment zunehmend Importe auch aus Indien und Thailand zu beobachten, so der Verband.

Die Umsätze der deutschen Möbelhersteller gingen nach mehreren Wachstumsjahren in den ersten sechs Monaten des Jahres um vier Prozent auf acht Milliarden Euro deutlich zurück. Auch für das Gesamtjahr geht die Branche von einem Umsatzminus zwischen zwei und drei Prozent aus. Ausgerechnet China sorgt dabei für einen Lichtblick: Die Exporte vorwiegend von hochwertigen Küchen in das asiatische Land stiegen im ersten Halbjahr um 20 Prozent.

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