Unternehmen Deutscher Brillenmarkt hart umkämpft – kleine Optiker in Bedrängnis

Ob für ein riesiges schwarzes "Nerdmodell" oder für eine eher unauffällige Metallfassung - Brillenträger müssen oft tief in die Tasche greifen. Unter den Optikern sind große Ketten auf dem Vormarsch. Kleinbetriebe müssen kämpfen.

Das Nasengestell als Begleiter: Fast zwei von drei Erwachsenen in Deutschland haben eine Brille. Mehr als jeder Dritte muss die Sehhilfe ständig tragen. Noch zu Beginn der 1950er Jahre trug nach den Ergebnissen einer im vergangenen Jahr vorgelegten Allensbach-Studie nur etwa jeder Zehnte in Westdeutschland ständig eine Brille.

Das Geschäft mit Brillen, Kontaktlinsen und Hörgeräten ist in Deutschland schon längst ein Milliardenmarkt. Die rund 12 000 niedergelassenen Optiker in Deutschland konnten im vergangenen Jahr mit rund 49 000 Beschäftigten ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf rund
5,2 Milliarden Euro verbuchen. Mehr als 80 Prozent des Umsatzes oder gut vier Milliarden Euro entfallen auf Brillen.

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Deutlich auf dem Vormarsch sind Optiker-Ketten wie Fielmann oder Apollo. Bereits 2011 waren in Deutschland nach den Ergebnissen der Allensbach-Studie erstmals mehr Brillen bei den Filialisten gekauft worden als bei Optiker-Einzelgeschäften. Allein auf die zehn größten deutschen Ketten entfiel im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes.

Dabei könnten die Ketten oft Preisvorteile etwa beim Großeinkauf von Gestellen oder Gläsern nutzen, so der Verband. Bei den Ketten seien zunehmend auch ausländische Investoren vertreten, sagte Truckenbrod. Schwer zu kämpfen hätten dagegen viele kleine Optiker und manche mittelständischen Betriebe.

Trends beim Brillenkauf

Rund elf Millionen komplette Brillen wurden in Deutschland verkauft und knapp 35 Millionen Gläser eingeschliffen. Damit wurde mehr als jedes dritte Glas in eine schon vorhandene Fassung eingebaut. Für eine modische Brille sind die Deutschen auch bereit, tief in die Tasche zu greifen. Bei der Allensbach-Studie gaben die Befragten an, durchschnittlich rund 340 Euro für eine neue Brille ausgeben zu wollen. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) war sogar bereit, mehr als 400 Euro in eine modische Sehhilfe zu investieren.

Auf die finanzielle Unterstützung der Krankenkassen kann dabei nur eine kleine Minderheit der Brillenträger hoffen. Während die deutschen Optiker bis vor wenigen Jahren noch 36 Prozent ihrer Umsätze mit den Krankenkassen abrechnen konnten, seien es heute nur noch etwa 1,5 Prozent, sagte der ZVA-Präsident.

Trotz eines Trends zu auffälligen Kunststoffbrillen entscheidet sich immer noch die große Mehrheit der Brillenkäufer für die meist schlichteren Metallfassungen. Ein neues Modell leisten sich die Brillenträger im Schnitt knapp alle drei Jahre – Frauen und Jüngere zieht es dabei deutlich häufiger in die Optikerläden, während die über 60-Jährigen im Durchschnitt mehr als drei Jahre mit dem nächsten Brillenkauf warten.

1 Kommentar
  • Sehstärke 10. Mai 2013 09:24

    Das liegt wohl daran das es namenhafte optiker gibt die so viele Fillialen haben das man automatisch zu denen geht, so wie mit Mcdonalds oder Burger King

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