Unternehmen Die neuen Trends auf der CeBIT

Für knapp eine Woche wird Hannover wieder zu einem Zentrum der IT-Welt. Die CeBIT versammelt Unternehmen der Branche und Vertreter anderer Industrien. Wir zeigen die neuen Trends der Computermesse.

Die weltgrößte Computermesse CeBIT startet heute in Hannover. Am Montagabend wird sie offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eroffnet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Shareconomy“ im Zeichen des Teilens im Internet. Die Veranstalter greifen damit ein Trend-Thema auf: Das Teilen von Wissen, Ressourcen, Gegenständen und Erfahrungen mit Hilfe des Internet. Es kann dabei um Wohnungen, Autos oder Rasenmäher gehen – aber auch im kooperative Arbeitsmodelle, bei denen das Netz die Entfernung überbrücken kann. Für das Publikum ist die CeBIT von Dienstag bis Samstag geöffnet.

Merkel warb vor CeBIT-Beginn für einheitliche Bedingungen für Start-Up-Firmen in Europa. Die Idee sei, „man weiß, egal wo man in Europa hinkommt, wie man ein kleines Internet-Unternehmen, ein Start-Up, gründen kann und hat die gleichen Gründungsbedingungen“, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. In Deutschland hat sich Berlin als ein europäisches Zentrum für Start-Up-Gründungen herauskristallisiert. Viele junge Internet-Unternehmen kritisieren aber, dass Deutschland auf Dauer schlechtere Rahmenbedingungen biete als einige andere Länder in Europa und vor allem als die USA.

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Partnerland der CeBIT ist in diesem Jahr Polen. Premier Donald Tusk eröffnet die Hightech-Messe am Montagabend zusammen mit Merkel. Außerdem will der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders, den rund 2500 Gästen den ersten europäischen Mars-Rover „Bridget“ präsentieren.

Microsoft will in Hannover sein Tablet Surface Pro erstmals in Deutschland zeigen. Das Gerät mit voller PC-Ausstattung und Intel-Prozessor war seit Februar bislang nur in den USA und Kanada verfügbar. Einen konkreten Starttermin nennt das Unternehmen allerdings noch nicht.

Merkel-Handy sorgt für Aufsehen

Einen der Schwerpunkte wird Microsoft in Hannover auch auf Geschäftsprozesse in der Cloud legen. „Cloud Computing verändert derzeit die Geschäftsmodelle, die Kostenstrukturen der Unternehmen sowie die Anwender-Szenarien“, sagte Christian Illek, neuer Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, der dpa. Dabei sei Deutschland in der Entwicklung im internationalen Vergleich rund 12 bis 18 Monate hinterher. An der neuen Entwicklung werde kein Unternehmen mehr vorbeikommen: „Es ist keine Frage mehr des ob, sondern des wann.“

Am Vorabend der Messe hatte die Ankündigung des neuen abhörsicheren Handys der Kanzlerin für Aufsehen gesorgt. Sie soll im Sommer auf ein Smartphone entweder von Blackberry oder von Samsung umsteigen können. Dabei sollen auf den neuen Regierungshandys erstmals Gespräche und Datenverkehr wie E-Mails auf einem Gerät geschützt werden. „Bisher brauchte man ein Gerät fürs sichere Telefonieren und ein zweites für sichere E-Mails. Das Smartphone war damit nicht mehr smart, sobald es sicher gemacht wurde“, erläuterte der Geschäftsführer der beteiligten Düsseldorfer Firma Secusmart, Hans-Christoph Quelle, in Hannover. Die Secusmart-Lösung sei weltweit einzigartig und solle auch in Behörden anderer Länder und der Wirtschaft zum Einsatz kommen.

Neue Trends auf der CeBIT

Das Teilen: Die CeBIT hat dieses Jahr das Kunstwort „Shareconomy“ zu ihrem zentralen Thema erklärt. Es geht um die gemeinsame Nutzung von Gegenständen oder Software und daraus entstehende Geschäftsmodelle. Diesem Phänomen des Teilens wird eine große Zukunft vorhergesagt. Bekannteste Beispiele sind derzeit Online-Dienste zum privaten Vermieten von Wohnungen wie AirBnB oder 9Flats, sowie Carsharing-Angebote zur gemeinsamen Nutzung von Autos.

M2M: Bis zum Jahr 2020 dürften etwa 50 Milliarden Maschinen und Gegenstände miteinander verbunden sein. Diese Kommunikation von Gerät zu Gerät (M2M, Machine to Machine communication) wird die Erfassung und den Austausch von Daten massiv erhöhen. Ein Beispiel für Verbraucher sind Autos, die miteinander kommunizieren und die Fahrer zum Beispiel vor Glatteis oder Staus warnen können. Die Industrie kann auf neue Möglichkeiten zur Steuerung und Überwachung von Maschinen und anderer Technik hoffen.

Big Data: Mit der Digitalisierung von immer mehr Prozessen und der Vernetzung von immer mehr Technik bekommen wir auch immer mehr Daten.
Unternehmen bekommen dadurch schneller ausführliche Informationen über ihren Geschäftsverlauf oder technische Abläufe. Aber auch Verbraucher können von der neuen Datenflut profitieren: Zum Beispiel, wenn Auto-Versicherungstarife anhand der Fahrweise tagesaktuell berechnet werden. Die Kunst dabei ist, die Informationen richtig auszuwerten. Zugleich wecken die neuen Datenberge Sorgen bei Datenschützern.

Sicherheit: Allein die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie akut die Bedrohungen aus dem Netz geworden sind. Reihenweise wurden Online-Dienste wie Facebook, Twitter oder Evernote, aber auch Industrieriesen wie Apple und Microsoft zum Ziel von Hacker-Angriffen. Auf der CeBIT – wo viele Unternehmen sich über Neuheiten für ihre Computersysteme informieren – ist Sicherheit eines der zentralen Themen. In Hannover geht vor um den besseren Schutz von Netzwerken und Geräten.

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