Unternehmen Die Solarindustrie schöpft neue Hoffnung

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.© Fotolia

Die deutsche Solarindustrie leidet unter Preisverfall und scharfer Konkurrenz aus Asien. Viele Firmen haben dicht gemacht oder haben schwer zu kämpfen. Doch die Branche schöpft allmählich wieder Hoffnung, denn in den USA und Japan wächst die Nachfrage.

Die deutsche Solarindustrie sieht nach langer Krise die Talsohle erreicht und hofft in den kommenden Jahren wieder auf Wachstum auch für heimische Hersteller. „Wir durchleben derzeit eine schwierige Phase in der deutschen Solarindustrie“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig, vor dem Beginn der weltgrößten Solarmesse Intersolar Europe in München.

Der Branche mache zwar nach wie vor der Preisverfall zu schaffen, der von großen Überkapazitäten und harten Fördereinschnitten ausgelöst worden sei. Die Aussichten würden sich aber langsam wieder aufhellen. Vor allem außerhalb Deutschlands wachse das Interesse spürbar. „Immer mehr Regierungen setzen auf Solarenergie, in immer mehr Ländern springt die Nachfrage an“, sagte Körnig.

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Gerade in Nordamerika und in Asien weise der Trend nach oben. „In den USA rechnen wir mit einem Wachstum von über 30 Prozent in diesem Jahr, in Japan wird sich die Photovoltaik-Nachfrage sogar mehr als verdreifachen“. Das könne auch der gebeutelten Solarindustrie helfen.

„Im Export können wir mit unserer hohen Qualität und unseren Lösungen für komplexe Energiesysteme punkten. Wir werden unseren Teil am wachsenden Weltmarkt sichern.“ Deutschland werde weiterhin Produktionsstandort der Solarindustrie bleiben. Dafür müssten aber die „politischen Rahmenbedingungen fair und verlässlich bleiben“. Zudem müsse die Energiewende konsequent vorangetrieben werden.

Das gelte unter anderem für hoch spezialisierte Zulieferteile, wie etwa Wechselrichter, Halbleiter- oder Speichertechnik und den Maschinen- und Anlagenbau. „Das sind Komponenten, die zunehmend wichtiger werden“, sagte Körnig. Gerade hier könne die mittelständisch geprägte Branche in den kommenden Jahren auch auf dem Weltmarkt bestehen. Dort gebe es viele Entwicklungen, die langfristig optimistisch stimmten. „Insgesamt steht dieser Markt aber noch am Anfang, die großen Wachstumsraten liegen weltweit noch vor uns.“ Auch Deutschland werde angesichts der Energiewende ein wichtiger Markt bleiben.

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