Unternehmen Die Wurst im Griff

Jeden Monat stellt impulse ein Produkt in allen Details vor: Wer liefert was zu, wer arbeitet mit wem zusammen. Die Grillsaison hat begonnen, EMB produziert die nun wichtige Zange.

Grillzange

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EMB Steinbach-Hallenberg. 600.000 Grillzangen pro Jahr produziert die Firma Elektro-Mechanische Bauelemente, kurz EMB. Die Thüringer waren einst Teil des VEB Elektrogerätewerk Suhl, der zu DDR-Zeiten für Quelle Handrührgeräte herstellte. Heute fertigen die acht Mit­arbeiter auch Badewannenlifte und ­Fräsmaschinenteile.

Edelstahl

BGH Edelstahl Lugau. Rostfreien Edelstahl für Grillzangen kauft EMB hauptsächlich bei dem 1924 gegründeten Stahlwerk, das heute 200 Mitarbeiter beschäftigt und zur BGH-Gruppe gehört. BGH – das Kürzel steht für Boschgotthardshütte – ist ein Mittelständler in Freital bei Dresden, er betreibt mehrere Stahlwerke.

Vertrieb (nicht sichtbar)

Thüros Georgenthal. Der Grillhersteller verkauft EMB-Zangen gemeinsam mit seinen Grills made in Germany. Auch Großhändler bringen die Zangen auf den Markt, wo sie mit Fernost-Zangen konkurrieren.

Nieten

Wasi Wuppertal. Wasi steht für Wagener & Simon. Die Edelstahlnieten halten die ­Zangenteile zusammen, sind auch rostfrei. Die Firma, 1961 gegründet, gehört seit 1978 Schrauben-Würth. Der Weltmarktführer bei Montage- und Befestigungsmaterial machte 2011 9,7 Mrd. Euro Umsatz.

Stahlpresse

MWM Magdeburg. Den Hersteller der Maschine, ein VEB, gibt es nicht mehr, aber die Presse arbeitet noch wie neu. Sie drückt den Stahl der Grillzange dort, wo später eine Niete die beiden Zangenteile zusammenhält, von 4,5 auf zwei Millimeter Stärke zusammen.

Exzenter

MWM Magdeburg. Noch ein Überbleibsel des untergegangenen VEB. Die Maschine schneidet die 3,10 Meter langen von BGH Edelstahl Lugau angelieferten Stahlstangen in 39 Zentimeter oder 53 Zentimeter lange Stücke, je nach Grillzangenlänge. Zwei braucht jede.

Biegeautomat

EMB Steinbach-Hallenberg. Der Zangenproduzent hat sich seine Biegemaschine selbst gebaut. Sie ist eine Tonne schwer, biegt zuerst das Greifstück vorn, dann den Rest der Zange. Das dauert jeweils nur ein paar Sekunden. Das Maschinengestell aus Gusseisen stammt noch aus Kaiser Wilhelms Zeiten. Darauf ­haben die Thüringer neue Technik montiert.

Fischhaut

Werkzeugmaschinenfabrik Triebes Zeulenroda-Triebes. Noch ein Maschine aus einem nicht mehr existierenden VEB. Mit 30 Tonnen Druck prägt die Hydropresse ein raues Raster, die Fischhaut, in den Stahl. Damit die Zangenspitze griffig ist und keine Wurst wegrutscht. Zangen aus China seien nur gewellt und damit rutschiger, sagt Peter Wagner, der Firmenchef des Grillzangenherstellers EMB.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 07/2012.

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