Unternehmen Dreischichtpraline

Jeden Monat stellt impulse ein Produkt im Detail vor. Wer liefert zu? Welche Firma arbeitet mit? Den süßen Würfel erfand Herbert Wendler 1936 in Dresden. Quendt lässt das Original auf Wendlers alten Maschinen auferstehen: 16 Bio-Dominosteine kosten sechs Euro.

Stein-Bäcker

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Dr. Quendt Dresden. 1876 eröffnet die Bäckerei mit dem Namen „Original Wiener Waffel-, Hohlhippen-, Bisquit- etc. Special-Fabrik“. Heute backen 116 Mitarbeiter vor allem Stollen und Russisch Brot. Die Bio-Dominosteine sind neu im Weihnachtssortiment, werden von Juni bis November hergestellt.

Mehl

Dresdner Mühle Dresden. War mal Hofmühle des sächsischen Herzogs, ist seit 1990 Tochter der Neusser Werhahn Mühle, einer Firma, die europaweit Mehl mahlt. In Dresden jeden Tag 400 Tonnen. Auf die Qualität gibt die Mühle mit ihren Bauern „Sachsens Ährenwort“.

Zuckersirup

Südzucker Zeitz. Zucker macht sauer. Der Lebkuchenvorteig aus Zuckersirup und Mehl reift bei Quendt zwei Monate. Dabei entsteht eine feine Säure, die dem Lebkuchen seinen Geschmack gibt. Der Rübensirup kommt vom europäischen Zuckerriesen mit 17.000 Mitarbeitern.

Gewürze

C. F. Rolle Mühle Waldkirchen. Thomas Rolle mahlte vor 20 Jahren das erste Biomehl in Sachsen – und begeisterte Quendt junior persönlich für Bio. Heute noch liefert er die geheime Gewürzmischung aus Kardamom, Ingwer und Zimt für den Lebkuchen. 20 Mitarbeiter.

Knetmaschine

Wemme Pirna. Lebkuchen ist der festeste Teig überhaupt. Die Firma Wemme gibt’s nicht mehr, aber mit seinem kräftigen, gewundenen Knetarm knetet der Doppel-Z-Kneter schon seit 60 Jahren den Lebkuchenboden für Dominosteine.

Backofen

Haas-Meincke Skovlunde, Dänemark. Gebacken wird nur der Boden: in einem Ofen von Haas-Meincke, dem 1953 gegründeten Weltmarktführer für Weichkeksanlagen, der heute 150 Leute beschäftigt. Sieben Minuten braucht der Turboofen für eine Lebkuchenplatte. Lagerung bei hoher Luftfeuchtigkeit macht sie wieder weich.

Marzipan

Moll Marzipan Berlin. Firmengründer Rudolf Moll modellierte 1861 die ganze preußische Königsfamilie in Marzipan und bekam dafür die Verdienstmedaille. Heute produzieren 85 Mitarbeiter aus kalifornischen Mandeln die weiße Masse. Quendt ordert sie in 12,5-Kilo-Blöcken.

Kirschgelee

Göbber Eystrup. In fast allen deutschen Dominosteinen glibbert das Gelee der 370 Marmeladenkocher aus Niedersachsen. „Aprikose – und dann kommt lange nichts“, sagen sie über den Markt. Das Biosüßkirschengelee von Quendt ist also ziemlich exotisch.

Guillotine

Peha Beetz Henstedt-Ulzburg. Rundmesser schneiden die Kuchen-Gelee-Marzipan-Platten in Streifen, dann wartet die Guillotine: Das Fallbeil macht aus den Streifen kleine Steine. Die Maschine läuft seit mindestens 20 Jahren. Ihr Hersteller Peha Beetz ging 2005 pleite.

Kuvertüre

Cargill Schoko Berlin. Die belgische Biokuvertüre wird flüssig im Tank geliefert. Gerade hat Cargill die Schwartauer Kakao Verarbeitung in Berlin geschluckt. Mit 1700 Leuten an 15 Standorten in Deutschland ist Cargill nun endgültig Marktführer für Industrieschokolade.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 12/2011.

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