Unternehmen Drogeriemarktkette Müller bestreitet Finanzierungssorgen

Drogeriemarkt, Budni, dm, Rossmann

Einkauf im Drogeriemarkt.© Art-Allianz - Fotolia.com

Finanzierungssorgen? Fehlanzeige. Trotz Verlusten aus Währungsspekulationen hat die Drogeriemarktkette Müller nach eigenen Angaben keine Probleme an neues Geld zu kommen. Im Gegenteil – gerade erst wurde ein Großkredit abgelöst.

 

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Die Drogeriemarktkette Müller hat ihre Finanzen trotz Risiken aus Währungsgeschäften nach eigenen Angaben im Griff. „Mein Unternehmen ist besser aufgestellt denn je“, sagte Firmengründer Erwin Müller am Donnerstag. Die „Lebensmittelzeitung“ hatte vor kurzem berichtet, Müller habe seine Finanzen Ende 2012 auf Druck der Banken neu geordnet. Diese Darstellung wies Müller zurück: Das Unternehmen habe die Finanzierung auf eigenen Wunsch neu geordnet.

Die Ulmer Drogeriemarkt-Kette gilt üblicherweise als ähnlich verschwiegen wie die Einzelhändler Lidl und Aldi. Nun teilte das Unternehmen mit, Müller verfüge über exzellente Finanzierungsalternativen. Im Dezember hatte die Drogeriemarktkette einen neuen Kredit mit mehreren Banken ausgehandelt; der wurde nun im April abgelöst. Statt einer gemeinsamen Verpflichtung wurden Einzelvereinbarungen mit Banken geschlossen. Für mögliche Verluste aus Währungsgeschäften hatte die Firma bereits im Januar einen großzügigen Puffer angelegt.

Die Drogeriemarktkette finanziert sei langem ihre Immobilien mit Spekulationen auf Währungen. Allerdings werden diese Geschäfte zunehmend riskanter. Der Buchverlust aus Wetten gegen den Schweizer Franken belief sich laut Geschäftsbericht Mitte 2012 auf 235 Millionen Euro. Langfristig will Müller deshalb die Finger von Währungswetten lassen, wie das Unternehmen nun erklärte.

Gelohnt habe sich das Geschäft – vor allem in Zeiten, als die Kreditzinsen noch höher waren – trotzdem: „Die so erwirtschaftete Substanz reicht aus, um die Währungsrisiken komplett bar zu sichern“, sagte Müller. Das Immobilien-Vermögen der Müller-Holding, das nicht durch Kredite belastet sei, belaufe sich auf einen dreistelligen Millionen-Betrag.

Der 80-jährige Firmengründer hat erst im vergangenen Jahr begonnen, Vorkehrungen für seine Nachfolge zu treffen. Dazu wurde ein Beirat gegründet der die Geschäftsführung überwachen soll, „vor allem auch wenn ich einmal nicht mehr selbst die Geschicke der Gruppe lenken kann“, sagte Müller. „Der Beirat wurde aufgesetzt, damit dies während meines Beiseins bereits schon geübt werden kann.“ In dem fünfköpfigen Gremium sitzen unter anderem der Sohn des Firmengründers, Reinhard Müller, der ehemalige Chef der Kaufhauskette Breuninger, Willem van Agtmael, sowie der Chef des Spezialversandhändlers Takkt, Felix Zimmermann.

Müller ist nach der Schlecker-Pleite die Nummer drei unter den deutschen Drogeriemärkten hinter dm und Rossmann. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte die Firma einen Umsatz von 2,94 Milliarden Euro, bei einem Jahresüberschuss von 112,2 Millionen Euro. In diesem Jahr soll der Umsatz wieder um acht Prozent steigen.

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