Unternehmen Düstere Aussichten: Einkaufsmanagerindex in China fällt unerwartet

Die Stimmung unter den Managern chinesischer Unternehmen ist schlechter als erwartet. Die Auftragslage sieht düster aus. Der Druck auf Chinas Regierung wächst, die Wirtschaft anzukurbeln.

Die chinesische Wirtschaft dürfte sich weiter abkühlen. Als Zeichen für die schlechte Stimmung in den Chefetagen chinesischer Unternehmen fiel der Einkaufsmanagerindex der britischen Großbank HSBC im Juli unerwartet deutlich auf 47,7 Punkte. Es ist der schlechteste Stand seit elf Monaten. Die schwachen Daten „verstärken die Notwendigkeit für zusätzliche Schritte zur Feineinstellung, um das Wachstum zu stabilisieren“, kommentierte HSBC-Ökonom Qu Hongbin.

Der Index liegt jetzt schon drei Monate in Folge unter dem Wert von 50. Unterhalb dieser kritischen Schwelle ist von einer schrumpfenden Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde auszugehen. Der Index ging im Juli auch so schnell zurück wie seit vergangenem August nicht mehr. Nach den Rückgängen der vergangenen Monate war im Juli eigentlich eine Stabilisierung erwartet worden.

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Die enttäuschenden Zahlen deuteten auf einen „anhaltenden Rückgang im Produktionssektor“ durch schwache Auftragslage und schnelleren Lagerabbau hin, sagte Ökonom Qu Hongbin. Dadurch verstärke sich auch der Druck auf den Arbeitsmarkt. Die Bank veröffentlicht ihre Zahlen immer etwa eine Woche vor der Bekanntgabe des offiziellen chinesischen Einkaufsmanagerindex.

Neue Spekulationen über stimulierende Maßnahmen

Die Konjunkturschwäche löste neue Spekulationen über mögliche stimulierende Maßnahmen aus. Erst am Vortag hatten Staatsmedien unter Berufung auf Ministerpräsident Li Keqiang berichtet, dass die Regierung das Wachstum nicht unter sieben Prozent fallen lassen wolle. Weniger sei nicht akzeptabel, weil sonst das erklärte Ziel einer Verdoppelung der Wirtschaftsleistung von 2010 bis 2020 nicht erreicht werden könne.

Nach Boom-Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten war das Wachstum im vergangenen Jahr auf 7,8 Prozent zurückgegangen – so wenig wie seit 1999 nicht mehr. Im zweiten Quartal dieses Jahres sackte das Wachstum sogar auf nur noch 7,5 Prozent. Für das ganze Jahr plant die Regierung zwar auch nur 7,5 Prozent, doch waren solche Vorgaben in der Vergangenheit meist deutlich übertroffen worden.

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