Unternehmen EEG sorgt für Zweiklassengesellschaft

Die Bundesregierung entlastet immer mehr Firmen von der Ökostrom-Umlage. Bis Jahresende werden 5.000 Befreiungsanträge für 2013 erwartet. Die bevorstehende weitere Erhöhung der Umlage soll Einnahmeverluste kompensieren. Bundesumweltminister Altmaier weist gegenüber impulse Kritik am EEG zurück.

Die Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sorgt für eine Zweiklassengesellschaft in der deutschen Wirtschaft. Weil die Bundesregierung immer mehr Unternehmen von der Abgabe befreit, steigen die Stromkosten der anderen rapide, berichtet impulse in seiner neuen Ausgabe (10/2012, EVT 27. September).

Das Bundesumweltministerium rechnet bis zum Jahresende mit 5.000 Befreiungsanträgen für das Jahr 2013. 2011 wurde von 979 Unternehmen keine Umlage gefordert, 2010 waren 800 Betriebe nicht davon betroffen. Im Januar waren die Vorgaben an viel Strom verbrauchende Firmen stark reduziert worden, die sich jetzt leichter von der Umlage, die das EEG von ihnen verlangt, befreien lassen können. Im Oktober wird sich diese Umlage wahrscheinlich um weitere 2 Cent pro Kilowattstunde erhöhen, um das Mehr an nicht zahlenden Firmen auszugleichen. Bereits jetzt sind mehr als die Hälfte der Stromkosten einer Firma Zusatzkosten wie Umlagen, Netzentgelte und Steuern.

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Kritik am EEG wies Bundesumweltminister Peter Altmaier gegenüber impulse zurück: „Das EEG hat für Tausende neuer Jobs gesorgt – eine neue Branche ist entstanden.“ Öl, Gas, Kohle könnte sich die Bundesrepublik in ein paar Jahrzehnten nicht mehr leisten. Dann „wird das EEG uns mit bezahlbarer Energie versorgen“, argumentierte Altmaier. „Deutschland kann dies als erste große Industrienation schaffen.“

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 10/2012.

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