Unternehmen Ein neuer Job? – Aber gern!

Die Deutschen schauen optimistisch ins neue Jahr. Die wirtschaftlichen Erwartungen für 2013 sind positiv. Und jeder Dritte sieht sogar gute Chancen, sich beruflich zu verbessern – und will den Arbeitgeber wechseln.

Eurokrise hin oder her – so richtig verzagt schauen die Deutschen nicht auf die kommenden Monate. Im Gegenteil: Mit Blick auf die Zukunft ihres Unternehmens sind mehr als die Hälfte zuversichtlich, bringt eine Umfrage des Jobportals www.stepstone.de unter mehr als 2400 Fach- und Führungskräften zutage. Gut 53 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die wirtschaftliche Situation bei ihrem Arbeitgeber 2013 besonders gut wird. Ein weiteres Drittel erwartet zumindest keine Verschlechterung gegenüber 2012.

Das entspricht in etwa der Stimmung zum letzten Jahreswechsel, reicht aber nicht an die gute Stimmung von 2010/2011 heran. Immerhin bestätigen die Arbeitnehmer mit ihren Angaben die relativ guten Prognosen vieler Experten, sagt Sacha Knorr, Leiter Marketing bei Stepstone Deutschland. „Für Fach- und Führungskräfte bedeutet dies, dass sie sich unverändert in einer günstigen Ausgangssituation für einen Jobwechsel befinden.“

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Jeder Dritte will 2013 den Job wechseln

Gut 35 Prozent der Arbeitnehmer hat bereits die Angel ausgeworfen und prüft Jobangebote. Die Wechselbereiten wollen noch in diesem Jahr den nächsten Karriereschritt tun, bestätigt auch eine repräsentative Forsa-Studie im Auftrag des Social Networks Xing. Sieben Prozent der gut 1000 Befragten gaben an, den Jobwechsel bereits fest einzuplanen. Vor allem leitende Angestellte suchen demnach nach einer neuen beruflichen Herausforderung.

Schuld an der hohen Wechselwilligkeit sind vor allem schlechte Arbeitsatmosphäre, ungenügende Bezahlung und ein mieser Chef. Allein mehr als 70 Prozent monieren Gehalt und Benefits, Arbeitsklima und -situation stören immerhin noch mehr als die Hälfte. Für gut 50 Prozent ist auch das Verhalten der Vorgesetzten ein Grund, über neue berufliche Wege nachzudenken. Diese drei Aspekte stehen deshalb auch bei der Auswahl des neuen Arbeitgebers ganz oben. Am stärksten zählt dabei die Arbeitsatmosphäre.

Große Mehrheit dennoch zufrieden

Insgesamt gaben zwar mehr als 80 Prozent der Befragten an, zufrieden mit ihrem aktuellen Arbeitgeber zu sein. Das sollte die Arbeitgeber jedoch nicht in Sicherheit wiegen. So zeigt eine internationale Umfrage des Softwareanbieters Wrike unter 2000 Angestellten und Führungskräften, dass neun von zehn Beschäftigte dennoch den Eindruck haben, mindestens fünf Stunden pro Woche zu viel zu arbeiten. 87 Prozent bezeichneten Überstunden dabei bereits als Normalität. Nur 12,7 Prozent waren nicht der Meinung, zu viel zu arbeiten.

Überstunden und Work-Life-Balance schließen sich aber offenbar nicht aus, denn 47 Prozent bekannten, bei ihnen sei alles in Ordnung. Möglicherweise liegt das an den Arbeitsbeginn- und –schlusszeiten. Denn die Umfrage zeigt auch, rund 64 Prozent der Befragten – egal ob Angestellter, Manager oder Freiberufler – können bis Mittag sehr effizient arbeiten. Danach fällt die Produktivität offenbar flächendeckend und berufsgruppenübergreifend auf unter 15 Prozent. Und dennoch bleibt bei der Belegschaft der Eindruck von zu viel Arbeit.

Um die ungleichen Eindrücke der Beschäftigten nicht zur Negativ-Seite pendeln und in schlechtem Image enden zu lassen, rät Thomas Vollmoeller, CEO der Xing AG, zur aktiven Pflege der Arbeitgebermarke, vor allem auch über soziale Netzwerke. Die Erfahrung bei Xings Kooperationspartner kununu.com zeige, dass vor allem kleine und mittelständische Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern positivere Bewertungen in Sachen Betriebsklima, Aufstiegschancen und Gehalt erhalten. Derartige Informationen zur Zufriedenheit in der Firma ziehen Wechselwillige häufig bei ihrer Entscheidung für oder gegen einen neuen Arbeitgeber heran. Ein wichtiges Pfund in Zeiten wachsenden Fachkräftemangels.

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