Unternehmen Einzelhandel: Hohe Strompreise gefährden Arbeitsplätze

Mit einem Einkaufswagen durch den Supermarkt.

Mit einem Einkaufswagen durch den Supermarkt.© Eisenhans - Fotolia.com

Der Handelsverband HDE schlägt Alarm wegen der steigenden Energiekosten: Denn die EEG-Umlage belastet viele Einzelhändler stark. Jedes fünfte Unternehmen sieht deswegen inzwischen auch Arbeitsplätze in Gefahr.

Die steigenden Strompreise bedrohen nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zahlreiche Jobs im deutschen Einzelhandel. Jeder fünfte Händler sehe durch die steigenden Belastungen aus der Ökostromförderung inzwischen Arbeitsplätze in Gefahr, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Düsseldorf unter Verweis auf eine aktuelle Umfrage des Verbandes. Die Branche beschäftigt in Deutschland rund drei Millionen Arbeitnehmer.

Die Einzelhändler sehen sich durch den Anstieg der EEG-Umlage zur Förderung von Wind- und Sonnenenergie gleich doppelt belastet. Einerseits bleibt den Konsumenten dadurch weniger Geld für Einkäufe im Portemonnaie, andererseits muss die Branche selbst mehr für den Strom zahlen. Immerhin benötigen die Einzelhändler im Jahr rund 35 Terawattstunden Strom, um ihre Geschäfte zu beleuchten oder Lebensmittel zu kühlen.

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Ein durchschnittlicher Supermarkt müsse in diesem Jahr rund 26 500 Euro an EEG-Umlage zahlen, rechnete Genth vor. Im nächsten Jahr drohe ein Anstieg auf 32 500 Euro. Vor allem kleinere Händler fühlten sich dadurch bedroht.

Verhaltene Stimmung im Einzelhandel

„Die Gewinnsituation hat sich bei einer Vielzahl der Unternehmen im bisherigen Jahresverlauf verschlechtert“, sagte Genth. Vor allem die höheren Preise für Energie belasteten die Unternehmen. Denn angesichts des harten Wettbewerbs könnten sie die gestiegenen Kosten häufig nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergeben. „Die Energiewende braucht einen Neuanfang“, verlangte Genth. „Das EEG ist in dieser Form nicht zukunftsfähig.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass Privathaushalte und nicht privilegierte Unternehmen die Förderung von Industrien über die EEG-Umlage mitfinanzieren müssten.

Der HDE bekräftigte gleichzeitig seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Danach rechnet die Branche 2013 mit einem nominalen Umsatzplus von einem Prozent. Preisbereinigt würde dies allerdings einem Minus von 0,5 Prozent entsprechen. Gut liefen die Geschäfte zuletzt vor allem für den Lebensmittel- und den Online-Handel. Der Textilhandel litt dagegen unter dem verregneten Sommer. Insgesamt sei die Stimmung im Einzelhandel eher verhalten, sagte Genth. Fast die Hälfte der Unternehmen rechne mit einer Verschlechterung ihrer Lage.

1 Kommentar
  • Einzelhandel 4. September 2013 08:20

    Das ist wohl Quatsch, die Kühlung von Nahrungsmitteln ist schlicht und einfach erforderlich, die Beleuchtung der Märkte auch. Der Verbrauch an Nahrungsmitteln wird wohl kaum sinken, wenn die Zusatzkosten für die EEG Umlage auf die Nahrungsmittelpreise umgelegt werden. Ich kann weder meine Nahrungsmittel noch meine Kleidung mal eben in der Türkei oder in Korea kaufen.
    Die industrielle Fertigung in kleinen und mittleren Betrieben trifft der Anti-Atomkraft Wahnsinn erheblich härter und hier gehen tatsächlich Arbeitsplätze verloren.

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