Unternehmen Emirates löst Lufthansa als Langstreckenweltmeister ab

Die Lufthansa bekommt verschärft Konkurrenz aus Nahost: Einer Studie zufolge hat die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai den Frankfurtern die Spitzenposition unter den Langstreckenfliegern abgenommen.

Emirates ist seit dieser Woche die weltgrößte Gesellschaft auf der Langstrecke. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little für die „WirtschaftsWoche“, berichtete das Magazin am Samstag.

Emirates verfüge mit der Übernahme ihres fünfzehnten Airbus A380 am Dienstag über 155 Langstreckenflugzeuge und damit über eine Maschine mehr als der bisherige Marktführer Lufthansa bei Interkontinentalflügen. Auch bei der Verkehrsleistung belege Emirates jetzt den ersten Platz.

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Weitere Gesellschaften vom Persischen Golf lauerten, um den Europäern Marktanteile abzunehmen, hieß es in dem Bericht weiter. Emirates, Etihad aus Abu Dhabi und Qatar Airways aus Katar hätten Bestellungen oder Kaufoptionen für 525 Großraumflugzeuge für die nächsten zehn Jahre vereinbart, die führenden Europäer Air France-KLM, British Airways/Iberia und Lufthansa dagegen nur rund 150. „Damit werden die Golflinien den Europäern weiter massiv Marktanteile abnehmen“, zitiert das Magazin den Autor der Studie, Ralf Baron, der bei Arthur D. Little für Reise- und Transportthemen zuständig ist. „Spätestens 2030 werden beide Lager gleich groß sein.“

Die Lufthansa schätze, dass die arabischen Fluggesellschaften ihr bereits jetzt bis zu 600.000 Passagiere im Jahr abjagten, berichtete die „Wirtschaftswoche“ weiter. „Dank vorteilhafter Kosten drücken die Golflinien die Durchschnittspreise auf ein Niveau, bei dem Europas Linien nur noch dann Geld verdienen, wenn sie ihre Arbeitsweise grundlegend ändern und die Kosten deutlich senken“, zitiert das Magazin den Verfasser der Studie. Laut der Studie hätten die Golflinien dank einer effizienteren Arbeitsweise im Betrieb 30 Prozent niedrigere Ausgaben aus Lufthansa, British Airways und Air France.

Dafür sorgten neben niedrigeren Gebühren für Flughäfen und Flugsicherungen vor allem die im Schnitt nur halb so hohen Personalkosten und die Vorteile durch Großkundenrabatte bei Kauf von Jets sowie der niedrigere Verbrauch der im Schnitt deutlich moderneren Flugzeuge.

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