Unternehmen Ende der Rezession in Spanien – Wirtschaftslage aber keineswegs rosig

Die Flagge Spaniens an einem historischen Gebäude.

Die Flagge Spaniens an einem historischen Gebäude.© elxeneize - fotolia.com

Positive Nachrichten aus dem Euro-Krisenland Spanien: Die Rezession ist überwunden, ausländische Investoren legen wieder Geld an. Die Kehrseite: Das Wachstum ist noch schwach, die Arbeitslosigkeit hoch.

Spanien hat die Rezession hinter sich gelassen, die Wirtschaftskrise aber noch nicht überwunden. Das Euro-Krisenland erzielte im dritten Quartal erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder ein Wachstum. Zudem hat es seine maroden Banken mit Milliardenhilfen saniert und das Vertrauen von Investoren zurückgewonnen.

Dennoch liegen auf der spanischen Wirtschaft weiterhin dunkle Schatten. Der Berg der Staatsschulden wird trotz der Sparmaßnahmen der Regierung immer höher, die Arbeitslosenquote ist mit über 25 Prozent nach wie vor eine der höchsten in Europa. Aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums wird sich nach den Prognosen in nächster Zeit kaum etwas daran ändern.

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Aber trotz enormer Schulden und Massenarbeitslosigkeit ist Spanien zuletzt für Investoren wieder attraktiv geworden. „Aus allen Teilen der Welt kommt Geld nach Spanien“, verkündete kürzlich der Präsident der Großbank Santander, Emilio Botín. Der prominenteste Anleger ist Bill Gates. Der Microsoft-Mitbegründer erwarb beim spanischen Baukonzern FCC ein Aktienpaket von sechs Prozent der Kapitalanteile.

Finanzielle Lage des Landes hat sich stabilisiert

Das neue Interesse an Spanien geht nach Ansicht von Experten darauf zurück, dass sich die finanzielle Lage des Landes stabilisiert hat und die Aktienkurse vieler Unternehmen infolge der Krise auf einem niedrigen Stand befinden. „Spanien ist billig“, schreibt die Zeitung „El País“. „Die Anleger sind auf Schnäppchen aus.“ Vor dem Ausbruch der Krise hätte Gates für das FCC-Paket das Fünffache der Summe zahlen müssen, die der Multimilliardär jetzt ausgab.

Die spanischen Geldanlagen haben allerdings einen Nachteil. Sie beschränken sich auf Börsenpapiere und beleben zwar die Finanzmärkte – aber nicht die produktive Wirtschaft. Das heißt: Sie tragen nicht zum realen Wachstum und nicht zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei. „Man kann die jetzige Phase mit dem ersten Regen nach einer langen Dürre vergleichen“, schreibt die Zeitung „El Mundo“. „Das Wasser reicht nicht aus, die Pflanzen sprießen zu lassen.“

Die Probleme der Wirtschaft werden in Spanien gern in einer einprägsamen Zahlenreihe zusammengefasst: 0-25-50-100. Die 0 steht für das niedrige Wachstum, die zweite Ziffer für die Arbeitslosenquote von über 25 Prozent, die dritte für den erwarteten Verfall der Immobilienpreise um bis zu 50 Prozent und die vierte für den Schuldenberg des Staates. Letzterer wird auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen und nach Prognosen der Regierung 2015 den Wert von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten.

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