Unternehmen EU bestraft Schaumstoffkartell mit 114 Millionen Euro

Der Weichschaum der vier Unternehmen steckt in Matratzen, Sofas und Autositzen. Jahrelang hatten die Hersteller die Preise dafür abgesprochen. Doch das Kartell flog auf. Jetzt müssen sie eine saftige Strafe zahlen.

Viele Verbraucher und Unternehmen in Europa haben jahrelang zu viel für Schaumstoffprodukte gezahlt. Die EU-Kommission bestrafte am Mittwoch nach jahrelangen Ermittlungen mehrere große Hersteller wegen verbotener Preisabsprachen mit insgesamt 114,1 Millionen Euro. Polyurethan-Weichschaum wird etwa in Matratzen, Sofas und Autositzen verwendet.

Die Unternehmen Vita, Carpenter, Recticel und Eurofoam seien von 2005 bis 2010 an dem Kartell beteiligt gewesen. Dabei sollten „die gestiegenen Kosten der Ausgangsstoffe für Massenchemikalien an die Kunden“ weitergegeben werden, so die Kommission. Vita mit Sitz auf den Caiman-Inseln beichtete die Verstöße den Wettbewerbshütern und muss als Kronzeuge nichts zahlen.

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EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte: „Kartelle schädigen unsere gesamte Wirtschaft und dürfen nicht toleriert werden.“ Von den Absprachen waren Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich und sechs andere EU-Länder betroffen.

US-Hersteller zahlt den größten Teil

Den Löwenanteil des Bußgeldes muss der US-Hersteller Carpenter mit 75 Millionen Euro berappen. Das Geld fließt in die EU-Kasse. Die belgische Recticel muss 7,4 Millionen Euro zahlen und auch teilweise für die Strafe von Eurofoam aufkommen, da dies ein Gemeinschaftsunternehmen mit der österreichischen Greiner Holding ist.

Absprachen von Unternehmen zum Schaden von Kunden und Verbrauchern sind in der EU streng verboten. Es drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Es werden auch Unternehmen bestraft, die ihren Sitz nicht in der EU haben.

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