Unternehmen EU erlaubt VW die Übernahme von MAN

Europas größter Autobauer wächst weiter: Die EU-Kommission gibt grünes Licht für den Kauf des Münchener Lkw-Bauers MAN. Für VW bedeutet das bis zu 1 Mrd. Kostenvorteile im Lkw-Geschäft - die Aktien legen zu.

Volkswagen kann MAN bald als elfte Marke in seinen Riesenkonzern einbauen. Die EU-Kommission erlaubte den Wolfsburgern am Montagabend ohne Auflagen die Übernahme des Münchner Lastwagen- und Maschinenbauers. Die Wettbewerbshüter seien zu dem Schluss gekommen, dass im europäischen Wirtschaftsraum auch nach dem Zusammenschluss ausreichend Wettbewerb durch gut etablierte Anbieter gewährleistet sei.

Die Genehmigung zieht die Aktien beider Konzerne am Dienstag nach oben. Die Papiere legten im frühen Geschäft von Lang & Schwarz jeweils gut drei Prozent zu.

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Europas größter Autobauer hatte sein Vorhaben im Juni in Brüssel eingereicht, dann aber mit bereits bekannt gemachten Personalplänen für den Aufsichtsrat des formell noch unabhängigen MAN-Konzerns den Zorn der Wettbewerbswächter auf sich gezogen. Nach dem Protest aus Brüssel gaben die Wolfsburger nach – und ernten nun die Früchte.

Volkswagen muss sich die Kontrolle des Münchner Konzerns, der nach über 250 Jahren seine Unabhängigkeit verliert, weltweit von den Behörden in etwa 20 Ländern genehmigen lassen. Als größte Hürde dabei galt die EU-Kommission, weil beide Unternehmen in Europa die meisten Geschäfte machen.

Volkswagen kontrolliert nach seinem Pflichtangebot knapp 56 Prozent an MAN. Der mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech kann sich nun daran machen, die lange geplante Lkw-Allianz der schwedischen VW-Tochter Scania mit MAN umzusetzen. Dabei würden sich die beiden Lkw-Bauer zusammen nach Berechungen von Experten in Europa ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Volvo um Rang zwei in der Branche hinter Daimler liefern. Weltweit dürfte VW im Lkw-Geschäft dann einen Platz unter den ersten sieben einnehmen.

Mit MAN als elfter Marke kommen gut 52.000 Mitarbeiter zu dem Wolfsburger Riesenkonzern hinzu, der zur Jahresmitte bereits 435.000 Beschäftigte zählte. Die Zusammenarbeit mit MAN und der schwedischen Scania soll Kostenvorteile bei Einkauf, Entwicklung und Produktion von mindestens 200 Mio. Euro im Jahr ermöglichen. Langfristig sollen sogar bis zu 1 Mrd. Euro möglich sein.

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