Unternehmen EU will gegen chinesische Schutzzölle klagen

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.© Fotolia

Der Handelsstreit zwischen China und der Europäischen Union spitzt sich weiter zu. Nach der Ankündigung des EU-Industriekommissars Antonio Tajani, noch an diesem Donnerstag Klage bei der WTO einzureichen, feuert Peking zurück.

Die Europäische Union sollte Ernsthaftigkeit zeigen und Probleme auf dem Verhandlungswege lösen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, am Donnerstag in Peking. Auf Fragen nach der erwarteten EU-Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO wegen chinesischer Zölle auf Einfuhren europäischer Stahlrohre ging sie nicht ein. „Wir sind gegen Handelsprotektionismus.“ Spannungen im Handel seien normal, sollten aber durch Dialog gelöst werden.

Die chinesischen Behörden hatten im Frühjahr eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen legierter Stahlrohre aus der EU, Japan und den USA gestartet. Mit der nun von der EU angedrohten Klage droht der schon seit längerem schwelende Handelskonflikt zu eskalieren. Aus Brüssel heißt es dazu, die Klage habe nichts mit den jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zu tun. Viel mehr müsse ein solcher Schritt längerfristig vorbereitet werden.

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Der Handelsstreit schwelt seit Wochen
In der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission vorläufige Schutzzölle auf Solarmodule aus China verhängt, woraufhin die chinesische Regierung Schutzzölle auf europäische Weine ankündigte. „Wenn es zu den Strafzöllen käme, wird sich das sicher negativ auf den Export auswirken“, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz.

Im vergangenen Jahr wurden, nach Angaben des deutschen Weininstituts, 3,4 Millionen Liter Wein von Deutschland aus nach China exportiert – elfmal so viel wie zehn Jahre zuvor. „Trotz der deutlich steigenden Nachfrage ist das aber für 1,3 Milliarden Chinesen eigentlich nicht viel.“ Der chinesische Markt wird von französischen Weinen dominiert, sie haben in dem Land einen besonders guten Ruf. „Derzeit ist der Zoll bei etwa 47 Prozent“, sagt Deng Yutian, Manager des Weinunternehmens Blue Beacon Fine Wines. Strafzölle könnten das Aus für den grade entstehenden Markt bedeuten. Die Aufschläge könnten auf 70 Prozent steigen, das werde die Weine viel zu teuer werden lassen, schätzt der Experte.

Auch die Autoindustrie fürchtet chinesische Handelsbarrieren. China gehört mit seiner wachsenden Mittelschichten zu den wichtigsten Märkten für die Hersteller, die mit Absatzschwierigkeiten auf dem europäischen Markt zu kämpfen.

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