Unternehmen Euro-Krise zwingt Exporteure zu besonderer Vorsicht

Der Export in EU-Krisenländer wird für deutsche Unternehmen immer mehr zum schwer kalkulierbaren Risiko. Fachleute raten zu verstärkter Vorsorge. Einige Firmen sind schon dazu übergegangen, von ihren Geschäftspartnern im Ausland Vorkasse zu verlangen.

Der Export in EU-Krisenländer wird für deutsche Unternehmen immer stärker zum schwer kalkulierbaren Risiko. Wie impulse in seiner neuen Ausgabe (8/2012, EVT 26. Juli) berichtet, raten Experten zu besonderer Vorsicht und Risikovorsorge. „Exporteure sollten zumindest wissen, wo mögliche Risiken lauern“, erklärt der für Mittelstandsthemen zuständige Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young Peter Englisch und rät Unternehmern, jetzt die Verträge genau zu prüfen, denn „jeder Unternehmer, der viel exportiert, hat im Fall eines Euro-Crashs ein Problem“. Sinnvoll sei es auch, zu überprüfen, wie schnell die firmeneigene IT auf andere Währungen für die Konten umgestellt werden kann.

Beim Export in EU-Krisenstatten droht laut impulse vor allem ein Währungsrisiko: Kunden könnten plötzlich nicht mehr in Euro, sondern in einer neuen weichen Landeswährung zahlen. „Der Gläubiger einer Geldforderung trägt das Inflationsrisiko”, warnt Peter Etzbach von der Kölner Anwaltskanzlei Oppenhoff & Partner. „Gläubiger sollten daher grundsätzlich versuchen durchzusetzen, dass die Schuldwährung die Währung ist, die in Deutschland gilt.“ In den meisten Verträgen im Euro-Raum sei dieser Punkt meist nicht präzise definiert.

Anzeige

Pocht der Warenkäufer im Ausland erfolgreich darauf, in seiner neuen Landeswährung zu zahlen, kann es teuer werden. Auch weil fraglich ist, ob man die neue Währung überhaupt außer Landes und umgetauscht bekommt. Michael Klein von der Frankfurt School of Finance erwartet, dass diese Länder dann „wieder Währungskontrollen einführen” und somit „harte Devisen knapp werden, weil jeder Staat sie horten wird”. Aus diesen Gründen sind erste Exporteure schon dazu übergegangen, von ihren Geschäftspartnern im Ausland Vorkasse zu verlangen.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 08/2012.

Abonnenten erhalten die neueste Ausgabe des Unternehmermagazins impulse jeden Monat frisch nach Hause geliefert. impulse gibt es auch zum Download als PDF sowie in einer mobilen Version für Tablets und Smartphones als impulse-App für Android und iOS.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...