Unternehmen Euro-Schuldenkrise bremst deutsche Maschinenbauer

Ein sattes Auftragsplus von 23 Prozent haben die deutschen Maschinenbauer im ersten Halbjahr verbucht. Doch die Krise hemmt die Wachstumsdynamik deutlich. Die Kunden sind verunsichert und zögern mit Investitionen in neue Anlagen.

Die Euro-Schuldenkrise bremst die erfolgsverwöhnten deutschen Maschinenbauer. Nach zweistelligen Zuwachsraten in den vergangenen Monaten gingen im Juni bei der Schlüsselindustrie real nur noch 1 Prozent mehr Aufträge ein als vor einem Jahr. Das Geschäft mit den Europartnerländern stagnierte. „Die Schuldenkrise im Euroraum belastet das Vertrauen und die Zuversicht der Unternehmen“, sagte der Konjunkturexperte des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Olaf Wortmann am Montag in Frankfurt.

Insgesamt stiegen die Bestellungen aus dem Ausland um 10 Prozent. Das Inlandsgeschäft sank im Vergleich zu dem extrem guten Vorjahreswert um 14 Prozent. „Der Rückgang der Inlandsorders liegt vor allem an dem außergewöhnlich hohen Vorjahreswert. Es gibt aber auch erste Zeichen dafür, dass die Investitionsgüterkonjunktur in Deutschland sowie in den Euro-Partnerländern weniger schwungvoll verläuft“, sagte Wortmann.

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Im ersten Halbjahr gingen bei den mehr als 3000 vor allem mittelständischen Unternehmen insgesamt 23 Prozent mehr Aufträge ein. Aus den Euro-Partnerländern erhielten die Firmen 13 Prozent mehr Bestellungen, aus dem gesamten Ausland waren es 25 Prozent. „Das reicht für weiteres Wachstum, es wird aber begrenzt durch die Schuldenkrise“, sagte Wortmann.

Die Produktion läuft auf Hochtouren

Seit drei Monaten wachse der Auftragseingang in kleineren Schritten. „Das wird sich in der Produktion im zweiten Halbjahr bemerkbar machen“. Derzeit laufen die Anlagen mit einer Auslastung von 89,9 Prozent auf Hochtouren, manche Unternehmen kommen mit der Produktion gar nicht mehr nach.

Schuldenländer wie Griechenland und Portugal bestellten deutlich weniger Maschinen aus Deutschland als im Vorjahr. So brachen die Exporte nach Griechenland von Januar bis Mai um 39 Prozent ein, die nach Portugal um 16 Prozent. Allerdings liegt der Anteil der beiden Länder an den Ausfuhren der Branche bei deutlich unter 1 Prozent. Insgesamt stiegen die Exporte der Maschinen- und Anlagenbauer in den ersten fünf Monaten um satte 21 Prozent.

Trotz der Belastungen bekräftigte Wortmann die Prognose, nach der die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in diesem Jahr um 14 Prozent zulegen soll und 20.000 Jobs entstehen sollen. Ende Mai waren 920.000 Menschen in der Schlüsselindustrie beschäftigt, bis zum Jahresende sollen es 933.000 sein. Zunehmend Sorgen bereitet einigen Unternehmen allerdings der Fachkräftemangel, wie Wortmann sagte.

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