Unternehmen Experten erwarten Rückgang der Arbeitslosigkeit

Die stabile Konjunktur hat im März für einen kräftigen Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt gesorgt. Nach Berechnungen von Arbeitsmarktexperten ist die Zahl der Erwerbslosen zu Beginn des Frühlings um rund 90.000 gesunken.

Die Zahl der Erwerbslosen würde somit auf 3,22 Millionen fallen. Dies wären rund 335.000 weniger als vor einem Jahr. Selbst nach Abzug von Saisoneffekten ist die Arbeitslosigkeit im März zwischen 30.000 und 40.000 zurückgegangen. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark der Schub der Konjunktur derzeit sei, betonten die von der Nachrichtenagentur dpa befragten Volkswirte deutscher Großbanken.

Einige Volkswirte rechnen sogar mit einem noch stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Für Schub sorgt nach Einschätzung von Rolf Schneider von der Allianz das gute Exportgeschäft und das zweistellige Wachstum bei Ausrüstungsinvestitionen. Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag (31. März) in Nürnberg bekanntgeben.

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Die Experten-Einschätzung deckt sich weitgehend mit der optimistischen Einschätzung der Bundesagentur zur aktuellen Arbeitskräftenachfrage, die sich derzeit auf Rekordniveau bewege. Seit vielen Jahren hätten deutsche Unternehmen nicht mehr so viele neue Mitarbeiter gesucht wie derzeit, teilte die Bundesagentur bei der Bekanntgabe ihres monatlichen Beschäftigungsindexes BA-X mit.

Allerdings habe sich die Wachstumsdynamik etwas abgeschwächt. Der entsprechende Indikator habe sich im März nur noch um einen Zähler auf 165 verbessert, teilte die BA mit. In den Vormonaten hatte der von der Bundesagentur errechnete Indikator monatliche Sprünge von 4 bis 5 Punkten gemacht. Vor allem Zeitarbeitsunternehmen suchten nach Arbeitskräften: Jede dritte gemeldete freie Stelle stamme von dieser Branche.

Die Japan-Krise stellt nach Einschätzung deutscher Großbanken derzeit noch kein Risiko für den deutschen Arbeitsmarkt dar. Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld räumte zwar ein, dass Prognosen nach dem schweren Erdbeben in Japan und der Libyen-Krise schwieriger geworden seien. „Ich gehe aber im Moment noch nicht davon aus, dass diese Faktoren Schleifspuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen“, sagte er.

Der Arbeitsmarkt-Experte der DZ-Bank, Glenn Marci, hält es sogar für möglich, dass die deutsche Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt von Produktionsproblemen in Japan profitiert. „Japan ist eher Konkurrent der deutschen Industrie. Wenn es in Japan bei hoch technologisch hochwertigen Gütern zu Lieferengpässen kommt, könnte es zu Verschiebeeffekten nach Deutschland kommen“, meint Marci. Ansonsten hielten sich die Verflechtungen der deutschen und japanischen Wirtschaft in Grenzen.

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